Kreisklinik-Ärzte üben endoskopische Eingriffe an Schweineorganen

Untersuchung am Schwein: Chefarzt Dr. Norbert Krauss (mit schwarzem T-Shirt) zeigt seinen Kollegen verschiedene endoskopische Eingriffe. Fotos:  Ricken

Wolfhagen. Das Blut riecht nach Hagebuttentee und auf dem Operationstisch liegt ein Schwein. Die merkwürdige Szenerie in der Wolfhager Kreisklinik hat einen wichtigen Hintergrund: Ärzte und Krankenschwestern üben bei einer Fortbildung für den Ernstfall.

Der könnte so aussehen, dass ein Patient beispielsweise mit Darmblutungen in die Klinik kommt. Diesen Fall hat der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Dr. Norbert Krauss, für seine Kollegen inszeniert. Da Schweinemägen samt Speiseröhre und Darm den menschlichen Organen ähneln, hat das Ärzteteam entsprechendes beim Schlachter bestellt. Während Intensivpfleger Andreas Duse den Hagebuttentee als Blutersatz in den Schweinedarm pumpt, zeigt Krauss die Vorgehensweise mit dem Endoskop.

Kurzclip: So funktioniert das Endoskopie-Training

„Keine Angst, dieses Instrument wird nicht für die Patienten eingesetzt, sondern nur für die Versuche am Schwein“, erklärt der Arzt. Er zeigt, wie die imaginäre Blutungsstelle verödet wird. Eine andere Methode ist das Abbinden einer Krampfader. Da das Schwein keine hat, sorgt Oberarzt André Raum per Injektion für eine künstliche Krampfader. Jeder der Assistenzärzte fädelt jetzt die Schlinge ein und zielt auf die vermeintlich erweiterte Vene. Diese wird angesaugt und mit einem Clip abgebunden. Alle verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm. Die Stimmung im Raum ist entspannt. Schließlich ist hier niemand in Gefahr.

Die Realsituation, eine starke Darmblutung, kann im schlimmsten Fall für den Patienten tödlich enden. „Wir möchten durch dieses Endoskopie-Simulationstraining und weitere regelmäßige Fortbildungen dafür sorgen, dass bestimmte Eingriffe zur Routine werden“, sagt Dr. Norbert Krauss. Ähnliche Fortbildungen, zu denen auch Ärzte der umliegenden Krankenhäuser eingeladen sind, sollen folgen.

Quelle: HNA

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