Hessen Mobil dementiert Verunreinigung

Roter Teich unterm Tunnel

Treysa. Spaziergänger haben es wahrgenommen, der Vorsitzende der Initiative Schwalm ohne Autobahn, Jörg Haafke, fordert Baustopp am Tunnel: Rund einen Kilometer unterhalb der Tunnelbaustelle hat sich ein Teich aus rötlich-braunem Wasser gebildet. Auch von der neuen Spange Treysa/Wierastraße Richtung Autobahnanschlussstelle ist das Gewässer in der leichten Hanglage zu sehen. Nach Angaben von Haafke lautet die Gemarkungsbezeichnung „Kalter Grund“, ein Nebental der Wiera.

Für viele sichtbar

Neu ist die Wasseransammlung an dieser Stelle nach heftigem Regen nicht, sagte auf HNA-Anfrage Sonja Lecher (Hessen Mobil, Marburg). Jetzt werde der Teich nur von mehr Menschen wahrgenommen, da er von der neuen Straße her zu sehen ist. Die rotbraune Färbung sei unbedenklich, sie stamme von der Baustelle, es handele sich um „unbedenkliche Erde“, wie man sie rund um die Baustelle findet.

Bislang keine Sprengungen

Laut Sonja Lecher stammt das Wasser nicht aus dem Tunnel. Wenn dort später Wasser austreten sollte, werde dies in einem Behandlungsbecken gesammelt und aufbereitet. Das werde erst zu dem Zeitpunkt passieren, wenn die Sprengungen eingesetzt haben. Entgegen der Planungen sei das noch nicht der Fall, weil der Vortrieb derzeit noch mit Baggern möglich ist. Im Augenblick könne man nicht sagen, wann die Sprengungen wirklich starten. Das werde sich kurzfristig ergeben.

Zusammenfassend sagte die Pressesprecherin, es handele sich weder um besonders viel Wasser, noch sei es chemisch verunreinigt oder bedenklich.

Der sogenannte Tunnelanschlag am Südportal Ende April markierte den Start zum Bau des 800 Meter langen Bauwerks „Carmen“ unterhalb von Frankenhain. 2015 soll der Tunnel im Rohbau fertig sein, es wird Tag und Nacht gearbeitet. 50 Mio. Euro sind für den ersten Bauabschnitt errechnet.

Abschwemmungen

Jörg Haafke teilte mit, bei „Regenereignissen ergießt sich hydraulisch ungedrosselt und chemisch unbehandelt Oberflächenerosion in ein Nebental der Wiera“, auch wenn es nicht regne, laufe rotes Wasser aus der der Baustelle ab, roter Schlamm lagere sich ab. Die Baustelle gehöre stillgelegt, solange nicht sichergestellt werden kann, dass solche Abschwemmungen nicht zurückgehalten werden können.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

Kommentare