Gertrud Kruhm wird 102 Jahre - ihr Geheimnis: Täglich etwas Rotwein

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Im Wohnzimmer mit Hund Luzi: für die Hundedame hat Gertrud Kruhm immer einen Butterkeks übrig.

Neumorschen. Gertrud Kruhm wird heute 102 Jahre alt. Gefeiert wird im kleinen Kreis. Denn zu viel Trubel ist nichts mehr für die Frau aus Neumorschen.

"Alt sein ist schön, man muss nur fit bleiben", sagt die Altersjubilarin, die in ihrem langen Leben etliche ernste Krankheiten überstanden hat und nicht vermutet hätte, überhaupt so alt zu werden.

In ihrer Wohnung startet der Tag stets mit dem aktuellen Radioprogramm. "Ich höre besser, als ich sehe", sagt sie. Früher habe sie noch die Zeitung mit einer Lesehilfe gelesen oder Kreuzworträtsel gelöst, heute geht das nicht mehr gut. Beim Fernsehen hört sie den Ton über einen Kopfhörer.

"Die Neugierde stirbt zuletzt", sagt Gertrud Kruhm, die sich für Aktuelles aus der ganzen Welt wie aus Morschen interessiert. "Wenn ich bei meiner Mutter bin, fragt sie gleich, ob es was Neues gibt", sagt Sohn Erwin.

Ihren Tagesablauf hat Gertrud Kruhm gut strukturiert: Nach dem Frühstück geht sie mit dem Rollator im Flur auf und ab, im Sommer geht es auf den Balkon. "Damit ich in Bewegung bleibe", sagt sie.

Ausgeruht wird im Wohnzimmersessel. Das Mittagessen bringt Kruhms Schwiegertochter Elfriede, die mit im Haus wohnt.

Gern spricht die 102-Jährige alte Liedtexte fürs Gedächtnistraining. Abends schaut sie Fernsehen. Besuch bekommt Gertrud Kruhm von Nachbarn und der Familie. Neben zwei Söhnen hat sie vier Enkel, acht Urenkel und zwei Ururenkel. Ein gern gesehener Gast ist auch die dreijährige Hundedame Luzi, die Kruhms Sohn Erwin gehört. Luzi weiß, dass es bei Gertrud Kruhm neben Streicheleinheiten immer auch einen Butterkeks gibt.

Die Altersjubilarin ist selbst eine Feinschmeckerin mit guter Nase auch fürs Gesunde. Sie bevorzugt neben ausgesuchten Pralinen viel Obst und hat fürs Altwerden das Rezept parat: "Jeden Abend ein Glas Rotwein."

Mit ihrem Leben ist Gertrud Kruhm rundum zufrieden. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass alles so bleibt, wie es ist und dass sie niemandem zur Last fällt.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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