Rudolf Schulze verabschiedet sich nach 23 Jahren als Dekan

+
Abschied als Dekan und Pfarrer: Rudolf Schulze wird am 23. September verabschiedet.

Melsungen. Eine ganze Generation evangelischer Christen im Kirchenkreis Melsungen kennt Rudolf Schulze als Dekan. 23 Jahre hat er dieses Amt, das mit einer Viertelstelle als Pfarrer gekoppelt ist, ausgefüllt.

Seine Zeit als Dekan und Pfarrer endet am 31. Oktober. Bereits am Sonntag, 23. September, wird er verabschiedet - zwei Tage nach seinem 64. Geburtstag.

Es ist ein Abschied in Raten. Er wird beim Verabschiedungsgottesdienst des Altmorschener Pfarrers Jörn Schlede am 30. September dabei sein, in Kirchhof noch das neue Lesepult einweihen und dabei sein, wenn der Innovationspreis für Kirchen vergeben wird. Und als Präses der Landessynode bleibt Schulze noch bis 2016 in diesem Amt. Die Doppelbelastung als Dekan und ehrenamtlicher Präses sei doch recht groß gewesen. Und so fiel dann doch die Entscheidung, dem aktiven Berufsleben adieu zu sagen.

Präses bis 2016

Auch als Präses hat er noch gut zu tun: Einmal im Monat trifft sich der Rat der Landeskirche, jeweils Ende November und Anfang Mai die Landessynode. Für diese Aufgabe verfügt er über ein Büro mit zwei Mitarbeiterinnen in Kassel. Aber: Es bleibt Rudolf Schulze und Ehefrau Andrea endlich auch mehr Freiraum, um die gemeinsame Zeit zu gestalten.

Lesen Sie auch:

- Dekan-Nachfolge bis zum Jahresende klären

Da ist zum Beispiel die Freude am Reisen und Wandern, etwa Hüttenwanderungen im Gebirge. Zeit, um per Rad oder mit dem Wohnmobil Europa zu erkunden. Zeit, nach dem Umzug ins 1997 gekaufte Haus im Melsunger Fliederweg (gegenüber dem dortigen Pfarrhaus) den Garten als Refugium zu nutzen. Zeit, um das Wald-Feriengrundstück mit Hütte im Werratal besser als bisher auszukosten. Zeit aber auch für die drei erwachsenen Kinder und die vier Enkel. Und, so Schulze: „Meine Frau freut sich, dass ich zu den Festzeiten nicht dauernd unterwegs sein werde.“

Das Leben im Dekanatsgebäude mit Büro unten und Wohnung oben hat Schulze stets als angenehm empfunden, obwohl das Gebäude schon vor 23 Jahren sanierungsbedürftig gewesen sei.

Pfarrer ein Leben lang

35 Jahre stand Schulze, der in Wuppertal zur Welt kam und in Frankfurt/Main sein Abitur machte, im Dienst der Landeskirche. Auch wenn er jetzt in den Ruhestand geht - „Pfarrer bleibe ich mein Leben lang“, sagt er.

So heißt es bei Pfarrern auch nicht außer Dienst (a.D.), sondern im Ruhestand (i.R.). Und wenn Rudolf Schulze vielleicht so nach einen halben Jahr eine Vertretung übernehmen müsste, „so bin ich gerne bereit zu unterstützen“.

Unterstützung hat er seinerseits durch die Pfarrer und Kirchengemeinden erfahren. Es gebe eine gute Kooperation im Kirchenkreis, der sich unter anderem beim Landeskirchentag Pfingsten 2000 in Melsungen zeigte und bei der gemeinsamen Einführung des freiwilligen Kirchenbeitrages. „Der Kirchenkreis ist eine Solidargemeinschaft mit Innovationspotenzial.“

Schulzes Fazit nach 23 Jahren im Amt: „Es gibt keinen schöneren Job als Dekan im Kirchenkreis Melsungen zu sein.“

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

Kommentare