Rückenwind im Wald

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Schwalm-Eder. Die hessischen Waldbesitzer sprechen sich für die Nutzung von Windenergieanlagen in Wäldern aus. „Lange bevor die Energiewende beschlossen worden ist, waren wir für Windenergie im Wald“, sagt Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes.

Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Anlagen landschaftsverträglich gebaut werden und Rücksicht auf den Naturschutz genommen wird.

Allerdings dauerte es zuletzt zum Teil Monate oder Jahre um Arbeiten in Gemeinschaftswäldern genehmigen zu lassen. Der Vorstand eines Gemeinschaftswaldes ist derzeit nicht vertretungsbefugt und kann beispielsweise mit den Betreibern von Windenergieanlagen keine Verträge abschließen ohne dass alle Mitglieder im Grundbuch unterschreiben würden.

In der jüngsten Sitzung der Landesgruppe Gemeinschaftswald erteilten die Mitglieder dem Vorstand nun das Mandat mit dem hessischen Umweltministerium ein Gesetz auszuarbeiten. Dieses ermächtigt den Vorstand im Namen aller Mitglieder zu verhandeln, ohne dass zum Beispiel Amtsgerichte diesen Beschluss nicht akzeptierten. Man erhoffe sich, Verhandlungen mit Interessenten künftig zu vereinfachen.

Bis ins Jahr 2007 habe es eine funktionierende Rechtsgrundlage gegeben. „Die wurde gegen unseren Willen vom Landtag aufgehoben“, kritisiert Raupach. Es habe bis jetzt gedauert, die Voraussetzung zu schaffen, dass ein neues Gesetz erarbeitet werden kann.

Zuletzt waren Arbeiten an der A 49 vom derzeit langwierigen Genehmigungsverfahren betroffen. Schwierigkeiten habe es auch schon gegeben, wenn ein Gastwirt seinen Parkplatz erweitern wollte, aber Gemeinschaftswald betroffen war. Denn im Gemeinschaftswald gehört dieser allen Mitgliedern anteilig. Der Quadratmeter xy ist nicht zuzuordnen und gehört nicht dem Eigentümer xy.

„Wir hoffen, dass unser Gesetzesvorschlag konsensfähig ist und die Abgeordneten eine Entscheidung noch vor der Landtagswahl fällen“, sagt Raupach. Wo Flächen für Windenergieanlagen in der Region aktuell betroffen seien, könne er nicht sagen.

„Wir haben in Hessen einige sehr störungsempfindliche Tierarten. Dazu gehören der Schwarzstorch, der Rotmilan und verschiedene Fledermausarten“, gibt Raupach zu bedenken. Bei Bauvorhaben müsse immer mindestens eine Vegetationsperiode gewartet werden, um das nötige Gutachten zu erstellen.

In Hessen gibt es 370 Gemeinschaftswälder mit einer Fläche von 32.000 Hektar, die 17.000 Anteilseignern gehört.

Personalie

In der Sitzung wurde außerdem der Vorsitzende der Landesgruppe Gemeinschaftswald, Wilhelm Fenner aus Schwalmstadt, verabschiedet. Neuer Vorsitzender ist Frank Wiegand aus Frielendorf-Verna.

Quelle: HNA

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