Valentin Mühling verbrachte als Freiwilliger neun Monate in einem Kloster in Tansania und betreute Kinder mit Downsyndrom

Rückkehr aus einer völlig anderen Welt

Typisch für Tansania: Valentin Mühling trägt sein afrikanisches Sonntags-Hemd und zeigt Flip-Flops, die aus Autoreifen gefertigt wurden. Foto: Herbst

Schwalmstadt. Mit plötzlichen Stromausfällen, überteuerten Taxen und verspäteten Bussen kann Valentin Mühling heute, nach neun Monaten in Tansania, umgehen.

Im November vergangenen Jahres tauschte der 20-jährige Ziegenhainer Schule, Freunde und Familie ein, für ein Leben im Kloster. „Ich hatte keine Lust auf dieses typische Schule, Studium und dann Beruf“, sagt Valentin Mühling.

Möglich wurde der Auslandsaufenthalt auch durch Spenden der Kirchengemeinde Ziegenhain, dem Bistum Fulda und der Kreissparkasse Schwalm-Eder.

In einem Dorf in der Nähe von Dodoma, der Hauptstadt Tansanias betreute Valentin Mühling Kinder mit Downsyndrom und half in einem Krankenhaus mit. Seine Zeit in Tansania hat Valentin Mühling verändert. „Dinge, die ich vor Tansania für selbstverständlich gehalten habe, bekommen plötzlich Bedeutung“, sagt der Ziegenhainer. Die Straßen, die Gesundheitsversorgung und die Bildungsmöglichkeiten seien nicht auf dem deutschen Standard, aber die Tansaier wüssten damit umzugehen, sagt Valentin Mühling.

Deshalb sei es ihm auch leicht gefallen die Unterschiede zu akzeptieren. „Man guckt sich eben ab wie die anderen damit umgehen und dann sieht man es geht alles irgendwie“, meint der Rückkehrer.

In seinem Kloster lernte der 20-Jährige eine für ihn neue Art von Gemeinschaft kennen: „Meine sozialen Kontakte liefen über die Kirche. Der Gottesdienst ist der Treffpunkt. Ich habe keinen Tansanier kennengelernt, der nicht gläubig war“, sagt der Rückkehrer.

Valentin Mühling spricht heute nicht nur fließend Kiswahili, die Landessprache, sondern hat durch seinen Freiwilligendienst auch seine Berufswünsche überdacht.

„Vorher wollte ich eigentlich Lateinlehrer werden. Das kann ich mir jetzt gar nicht mehr vorstellen“, sagt Valentin Mühling lachend. Er habe immer gedacht, dass er kein Blut sehen könne. Die Arbeit im Labor des Krankenhauses habe ihm aber gezeigt, dass er sich überwinden könne.

Jetzt will er erst einmal Krankenpfleger werden. Seine Ausbildung beginnt Anfang nächsten Jahres. Und nach der Ausbildung in Hamburg soll es für einige Monate zurück nach Afrika gehen. Hilfe könnten die Krankenhäuser dort immer gebrauchen.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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