Volkszählung: Rathäuser können Gebäudeerhebungsbögen nicht annehmen

Rückporto verunsichert Bürger

Sorgt für Unmut: Die Aufforderung, die Rücksendung der Gebäudebögen zu frankieren. Foto: Thiele

Wolfhager Land. Die Volkszählung läuft – und wirft Fragen auf. Besonders wenn es um das Ausfüllen der Gebäudeerhebungsbögen und deren Rücksendung geht. Viele Bürger wenden sich bei Unklarheiten an die Rathäuser, obwohl die nicht zuständig sind.

„Einige Bürger sind verwundert, dass sie die Rücksendung der Bögen etwas kostet“, sagt Marcus Kuhaupt, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Sozialwesen und Wahlen in Wolfhagen. 1,45 Euro Porto werden bei der Rücksendung fällig. Geld, das einige Bürger sparen und die orangefarbigen Bögen im Rathaus abgeben möchten.

Doch das geht nicht. „Wir können die Bögen nicht annehmen“, betont Kuhaupt. Stattdessen müssen die Befragten die Unterlagen an eine Firma in Bamberg schicken, die die Auswertung vornimmt.

Die Rathäuser verweisen auf das Statistikgesetz. Es schreibt vor, dass die Bürger die Rücksendung zu zahlen haben. Besitzer mehrerer Gebäude können alle Bögen in einem Umschlag zurücksenden und so Porto sparen.

Falls jemand gar auf die Idee kommen sollte, den Umschlag unfrei zurückzusenden, mit dem Hinweis „Gebühr bezahlt Empfänger“ oder den Brief im Rathaus einzuwerfen, wird eine Überraschung erleben: Die Briefe werden von der Post weitergeleitet, aber der Empfänger holt sich das Strafporto (alles zusammen 2,01 Euro) vom Bürger zurück. Auf der sicheren Seite ist nur, wer ausreichend frankiert oder den Bogen im Internet ausfüllt.

Hilfe beim Ausfüllen

Doch beim Porto drückt nur wenigen der Schuh. Es überwiegen andere Fragen. „Bei uns waren bisher vor allem ältere Menschen, die Hilfe beim Ausfüllen der Bogen brauchen“, sagt Lydia Gerstner, Ansprechpartnerin für den Zensus in Bad Emstal.

„Zehn, zwölf Anfragen“ verzeichnete die Gemeinde Habichtswald. „Dabei ging es vor allem um die Rechtsgültigkeit der Befragung“, erklärt Claudia Kloppmann vom Bürgerbüro. Die Bürger wunderten sich über die Bamberger Adresse. „Es gibt ein Unbehagen“, sagt Kloppmann.

„Es gibt ein Unbehagen.“

Claudia kloppmann Bürgerbüro habichtswald

Insgesamt halten sich die Nachfragen in den Rathäusern in Grenzen, bewegen sich bisweilen im einstelligen Bereich.

Oftmals überwiege die Überraschung, dass die Bögen leicht ausfüllen sind. „Wir werden dann gebeten, noch einmal drüberzugucken“, berichtet Ralph Homberger. Der Fachbereichsleiter Sozial- und Kulturwesen in Zierenberg hatte einen größeren Beratungsbedarf erwartet.

Die Kommunen sind jedenfalls zuversichtlich, helfen zu können, obwohl sie das nicht müssen. Immerhin haben die Angefragten zwei Wochen Zeit, ihre Antworten zurückzusenden. (akl/tty)

Quelle: HNA

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