Das Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ zeigt Erfolge an der Fritz-Hufschmidt-Schule

Rückwärts zählen gegen die Wut

Dagmar Suck (hinten links) und Ruth Kraft (hinten rechts) sind stolz auf die gewaltfreie Klasse 3 der Fritz-Hufschmidt-Schule. Foto: mt

Zierenberg. Steht einmal in der Woche „Faustlos“ auf dem Stundenplan, sprechen die Grundschüler der Fritz-Hufschmidt-Schule über Gefühle. Darüber, wie sie ihren Ärger beherrschen können, wie sich andere fühlen oder wie ein Streit friedlich beigelegt werden kann – ohne zuschlagen zu müssen, weil die Worte fehlen.

„Faustlos machen – Faustlos machen, das ist eine schöne Kunst.“ Mit diesem Lied beginnen die Kinder der Klasse 3 eine Unterrichtsstunde zum Faustlos-Programm. Unter der Leitung von Dagmar Suck von der Dezentralen Erziehungshilfe Kassel erlernen die Kinder Strategien zum friedlichen Umgang miteinander. „Empathie, das Mitgefühl mit anderen, ist ein Schlüsselwort“, erklärt Suck. „Die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu verstehen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Vermeidung gewaltsamer Konfliktlösung.“

Und so beginnt der Lehrgang für soziale und emotionale Kompetenz zunächst bei der Interpretation von Mimik und Körperhaltung: Ist das Kind auf dem Bild wütend? Traurig? Oder hat es Angst?

In den Stunden zuvor haben sich die Schüler damit befasst, was bei ihnen Ärger oder Wut hervorruft, wie sich ihr Körper dabei anfühlt und welche Taten aus Wut begangen werden. Dafür wurden den Schülern anschauliche Beispiele mit Situationen gezeigt, die leicht zu Streit oder Missverständnissen führen können. Gemeinsam überlegten sich die Kinder Sätze, mit denen sich die Lage abkühlen und friedlich lösen lässt. „Sie haben gelernt, dass es gegen Wut helfen kann, tief durchzuatmen, langsam rückwärts zu zählen und an etwas Schönes zu denken“, erzählt Ruth Kraft. Die Klassenlehrerin ist überzeugt von dem Angebot: „Das Faustlos-Programm hat Kindern wie auch uns Lehrern gezeigt, dass Gewaltprävention erfolgreich sein kann – wir spüren, wie es wirkt.“ So habe sich das Sozialverhalten verbessert und die Schüler haben große Fortschritte im Bereich des Einfühlungsvermögens und der Impulskontrolle gemacht.

Über Gefühle sprechen

„Noch dazu sind die Kinder leistungsfähiger, nachdem sie über ihre Gefühle sprechen konnten, was letztlich zu einem gesteigerten Arbeitsverhalten im Unterricht führt“, sagte Kraft. Und so drückt das Fazit der Klassenlehrerin auch alles aus: „Es ist ein tolle Klasse geworden, auf die ich sehr stolz bin.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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