Einzelhandelsverband wollte Gespräche vermitteln

Rüge wegen Boykott im Wieragrund

Schwalmstadt. Mit Enttäuschung hat der Einzelhandelsverband Hessen Nord die Presseerklärung des Anwalts der Wieragrund-Kläger (HNA berichtete) zur Kenntnis genommen.

Seit über drei Monaten habe sich der Einzelhandelsverband bemüht, ein Gespräch zwischen den Investoren, der Politik und den Wieragrund-Klägern zu organisieren. Selbst das Angebot des Einzelhandelsverbandes für eine Mediation sei abgelehnt worden.

Externer Mediator

Laut Verbandssprecher Martin Schüller sollte der Anwalt der Kläger das Vorschlagsrecht für einen externen Mediator (Vermittler) für eine solche Gesprächsrunde erhalten. „Warum der Anwalt der Wieragrundgegner ein persönliches Gespräch ablehnt bleibt im Dunklen“, so der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes.

„Die Gründe, die angeführt werden, halten wir für absurd.“

Einzelhandelsverband Hessen-Nord

Die Investoren, Bürgermeister Dr. Gerald Näser und der stellvertretende Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Martin Knauff hätten positiv auf die Initiative des Einzelhandelsverbandes reagiert, heißt es in einer Pressemitteilung, „nur der Rechtsvertreter Dr. Hoppe nicht“. Schüller weiter: „Die Gründe, die angeführt werden, halten wir für absurd.“ Laut Schüller wird „der Einzelhandel in der Bahnhofstraße durch die Verzögerungstaktik und das Nichtstun nachhaltig geschädigt und eine weitere Entwicklung der Treysarer Innenstadt verhindert“. Dies werde auch erhebliche Auswirkungen auf die Immobilienpreise insbesondere der Bahnhofstraße haben. Nicht die Innenstadt werde gestärkt, sondern der Einzelhandel an der Peripherie, außerdem die Mittelzentren, die in direkter Konkurrenz mit Schwalmstadt stehen.

Bereits geführte Gespräche zwischen den Investoren und einzelnen Klägern hätten gezeigt, dass diese zu einem positiven Ergebnis führen könnten.

Die Pressemitteilung abschließend: „Was alles hinter dem Verhalten der Gruppe ,Nachhaltig prosperierendes Schwalmstadt‘ steckt, entzieht sich meiner Kenntnis.“ Schüllers Fazit: „Schwalmstadt wäre auf einem guten Weg mit seinem Einzelhandelskonzept, das auf dem streitigen Grundstück ebenfalls Einzelhandel und einen zentralen Versorgungsbereich vorsieht.“

Wie berichtet hatte sich Anwalt Dr. Bernd Hoppe (Kassel) Ende Mai im Namen eines halben Dutzends Anlieger zu Wort gemeldet und gemutmaßt, die Investorengemeinschaft wolle ihre Grundstücke nurmehr verkaufen. Die Kläger seien „keine engstirnigen Verhinderer einer wichtigen Entwicklung im Wieragrund“, sondern ihre berechtigten Einwendungen seien nicht herücksichtigt worden. Sehr negative Folgen für Treysa drohten.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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