Mit knapp 42 Jahren wohl eines der ältesten Ponys in der Region

Welsh-Pony Gregor: Rüstiger Rentner mit Biss

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Sonniges Gemüt: Pony Gregor aus Treysa ist mit knapp 42 Jahren schon recht betagt. Anja Gerlach (links) und Nicole Maikranz kümmern sich liebevoll um das Tier.

Treysa. Kraftvoll zubeißen klappt bei Gregor nicht mehr: Dafür ist das Welsh-Pony ansonsten körperlich noch richtig fit. Denn im Stall hält es den Rentner nur selten.

„Gregor will jeden Tag raus, er bewegt sich gern“, sagt Anja Gerlach (27). Sie muss es wissen, denn sie kennt das rüstige Pony seit 18 Jahren. Gregor dürfte zu den ältesten Ponys in der Region gehören. Das hat Besitzer Hans-Joachim Raubert (66) aus Treysa schwarz auf weiß. Im so genannten Pferdepass: Geboren wurde Gregor 1971. Gekauft hat ihn sein Besitzer, obwohl er selbst gar nicht reiten kann: „Ich wollte schon als Kind gern ein Pferd haben. Irgendwann habe ich aufgehört zu rauchen und mir von dem gesparten Geld ein Pony gekauft“, erzählt Raubert.

Großpferde werden zwischen 20 und 30 Jahre alt. Ponys können in seltenen Fällen sogar 50 Jahre alt werden. Dafür müssen sie aber sehr gut gepflegt werden. Bei Gregor hat das Nicole Maikranz übernommen. Die 25-Jährige kennt das Pony seit sie Elf ist. Bis vor wenigen Jahren war Gregor für beide Mädchen ein zuverlässiger Partner: „In den Schwalmwiesen ging er sogar unerschrocken durch Hochwasser“, erzählt Anja Gerlach.

Vor nichts Angst

Nicole Maikranz bestätigt: „Gregor hat vor nichts Angst.“ Er habe Menschen gegenüber ein ruhiges Gemüt, scheue vor nichts und zog einst auch eine Kutsche. Damit war er unter anderem im Treysaer Kirmesumzug zu sehen. Wenn Ponys altern, entwickeln sie ähnliche Gebrechen wie Menschen, erklären die jungen Frauen: Probleme mit dem Kreislauf oder den Zähnen. Auch senke sich der Rücken ab.

„Aber das ist zum Glück bei Gregor noch nicht so ausgeprägt“, sagt Gerlach. Auch von Arthrose blieb das Pony bislang verschont. Gras frisst Gregor allerdings nicht mehr: Da spielen die Zähne nicht mehr mit. „Als Ersatz bekommt er getrocknete Heucobs, die in Wasser aufgeweicht werden und einen Brei ergeben“, erzählt Maikranz. Und obwohl Gregor mittlerweile auf einem Auge blind ist, will er jeden Tag raus auf die Koppel. Auch nachts fühle sich das Pony im Frühjahr und Sommer hier immer noch am wohlsten, erzählen die Frauen. Seine aufmüpfige Seite lernte einst seine Artgenossin Betty kennen. Das Pony, das vor einigen Jahren eingeschläfert werden musste, ging stets Seite an Seite mit ihm. „Aber Gregor war immer der Chef“, sagt die 27-Jährige. „Die Zwei waren wie ein altes Ehepaar.“

Fellwechsel dauert länger

Dass Gregor recht betagt ist, merke man in der Pflege. Etwa beim Heben der Hufe. Da müsse man vorsichtig sein, damit er nicht die Balance verliere. Auch der Fellwechsel dauere einfach etwas länger. Jetzt wünschen sich alle, dass es Gregor noch lange gesundheitlich gut geht – das ist Hans-Joachim Raubert, Nicole Maikranz und Anja Gerlach eine echte Herzensangelegenheit.

Quelle: HNA

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