Neue Ausstellungen: Dorfmuseum präsentiert Schwälmer Ornamente und Gemälde

Rund um Tulpe, Herz und Stern

Eröffnung der Saison: Else Eggert (vorne) und Elisabeth Siebert (hinten) aus Holzburg stellen Schwälmer Trachten aus Familienbesitz aus. Foto: Heist

Holzburg. Mit zwei Ausstellungen startet das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg in die Saison 2012. „Tulpe, Herz und Stern“ ist der Titel einer der beiden Ausstellungen, die Museumsleiter Dr. Anton Merk am Ostersonntag eröffnete. Bis zum 27. Mai dreht sich im Saal des ehemaligen Gasthauses Wahl und in der alten Pfarrscheune der Museumsanlage alles um die drei Ornamente, die in der Schwälmer Kunst wohl zu den beliebtesten zählen und in vielfacher Form Einzug hielten.

Ob Schwälmer Weißstickerei, Schwälmer Trachten, alltägliche Gebrauchsgegenstände oder Handwerkszeug zur Flachsverarbeitung – von der Bibel bis zum Schwälmer Waffeleisen, die Motive Tulpe, Herz und Stern sind mit ihrer Symbolik überall verbreitet und tauchen nicht selten gemeinsam auf.

Aus der europäischen Kunst heraus habe die Tulpe ihren Weg in die Schwalm gefunden, erklärte Merk. Sie sei eine mit Bedeutung belastete Blume, von „endlicher Pracht“, wie das Leben an sich. Im „Zwiespalt zwischen Pracht und Vergänglichkeit“ stehe die Tulpe oft in direkter Verbindung mit dem Motiv des Herzens, das für das Leben stehe und das menschliche Herz oder das Herz Jesu symbolisiere. Auch der Stern sei christlichen Motiven entnommen.

Neben einer Vielzahl an Schwälmer Stickereien und Trachtenteilen, präsentiert die Ausstellung zwei aufwendig gearbeitete Hochzeitsstühle von 1827 und 1841. Bei letzterem handelt es sich um eine Leihgabe des Museums der Schwalm in Ziegenhain, das auch eine Schwälmer Truhe aus Eichenholz von 1697 für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

Eine Künstlerin mit einer intensiven Beziehung zur Tulpensymbolik ist Sigrid Oltmann aus Schöneck bei Bad Vilbel. Einige ihrer ausdrucksstarken Ölgemälde runden die Ausstellung ab.

Eröffnet wurde am Ostersonntag auch die Ausstellung des Malers Werner Dirlam im Museumscafé. Im Frühjahr und den Sommer über gewährt der Rörshainer Künstler und Mitbegründer des Kunstvereines Neue Brücke einen Einblick in sein Werkschaffen. Ausgestellt sind Ölgemälde mit Schwälmer Motiven wie Frauen auf dem Felde, Heuernte, Dorfansichten und Menschen in prächtigen Schwälmer Trachten, die das Leben in der Schwalm in all seinen Facetten reflektieren.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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