80 Prozent votierten für SPD-Mann - kein Gegenkandidat

Runzheimer als Bürgermeister bestätigt - nur 37 Prozent stimmten ab

Melsungen. Mit einer Wählerzustimmung von 80 Prozent wurde Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer (SPD) am Sonntag für eine weitere sechsjährige Amtszeit bestätigt.

3099 Melsunger wollen, dass Dieter Runzheimer (SPD) Bürgermeister in der Bartenwetzerstadt bleibt. Am Sonntag wurde er von 80 Prozent der Wähler für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. Der Sozialdemokrat war der einzige Kandidat. 20 Prozent der Wähler, das waren 773 Frauen und Männer, stimmten mit Nein. Mit 37 Prozent war die Beteiligung so niedrig wie noch nie bei einer Bürgermeister-Direktwahl im Kreisteil Melsungen. Es gab 10 671 Wahlberechtigte.

Erschreckend sei das Desinteresse der jungen Leute, beobachtete Johannes Iffland als Beisitzer im Wahlbüro in der Radko-Stöckl-Schule. Von 200 Stimmen seien nur 15 von Menschen unter 40 Jahren gekommen, berichtete er nach Schließung der Wahllokale.

In der Tat habe er sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht, sagte der alte und neue Bürgermeister Dieter Runzheimer nach Bekanntgabe des Gesamtergebnisses. Etwa 150 Menschen hatten sich im Sitzungssaal versammelt, um dem neuen und alten Bürgermeister zu gratulieren und mit ihm anzustoßen auf die nächsten sechs Jahre.

Sigrid Runzheimer, die Frau des Kandidaten, hatte höchstpersönlich Tische und Stühle gerückt. Vielleicht auch, um die Nervosität zu überwinden, die ihr und ihrem Ehemann ins Gesicht geschrieben stand, als sie kurz vor Sechs Uhr mit den Kindern Lea (8) und Janek (15) die Treppe zum Rathaus erklommen.

Als um 18.27 Uhr zwölf von 14 Wahlbezirken ausgezählt waren und sich das Ergebnis von 80 Prozent manifestierte, löste sich die Spannung bei dem 48-Jährigen, der das Eintrudeln der Ergebnisse im Zimmer von Büroleiter Thomas Garde verfolgte. „Eine tolle Zustimmungsquote“ habe er sich in sechs Jahren „hart erarbeitet“, bescheinigte ihm der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph.

Runzheimer selbst sprach von einem „schönen Ergebnis“. Das Beste erzielte er mit 90,6 Prozent in Kehrenbach, die Adelshäuser gaben mit 29,9 Prozent die prozentual meisten Nein-Stimmen ab.

Dennoch wertete SPD-Stadtverbandschef Volker Wagner die Gesamtzahl als „wunderbaren Rückenwind für uns als Partei für die Kommunalwahl“ im März. Das Kompliment gab Runzheimer zurück: Die Partei habe hinter ihm gestanden. Doch er wolle offen bleiben im Dialog auch mit den anderen Parteien.

So nannte der Körler Rathauschef Mario Gerhold, obgleich Parteifreund, aber auch Sprecher für die Nicht-SPD-Kollegen, Runzheimer einen „feinen Kerl“ und kompetent. „Du bist ein Mensch, der integriert“, formulierte das Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker. Dem wurde der alte und neue Bürgermeister gerecht, indem er an seinem großen Tag ein Dankeschön an die städtischen Bediensteten aussprach.

Von Andrea Brückmann

Die konkreten Ergebnisse finden Sie in der Montagsausgabe der Melsunger Allgemeinen.

Quelle: HNA

Kommentare