Ruth Fiedler und Wolfgang Schroeder spielten J.S. Bach

Musik in der Kirche: Prof. Dr. Wolfgang Schroeder und Ruth Fiedler entführten das Publikum in die Zeit des Barock und spielten auf zwei Roland-Digital Harpsichord C-30 die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach. Foto: Auerbach

Borken. Cembalo-, Hammerklavier- und Orgelklänge in der Gestalt von Kanons, Fugen, Etüden und Tänzen aus der Zeit des Barocks schwebten am Samstagabend durch die Christkönigkirche in Borken.

Prof. Dr. Wolfgang Schroeder und Ruth Fiedler erfüllten sich einen lang gehegten Wunsch und spielten die „Clavierübung bestehend in einer Aria mit verschiedenen Veränderungen vors Clavicimbal mit zwei Manualen. Denen Liebhabern zur Gemüths-/Ergetzung verfertigt von Johann Sebastian Bach.“

So bescheiden bezeichnete der große Komponist um das Jahr 1740 sein gewaltiges Variationswerk, in dem er unerschöpflichen Ideenreichtum und kompositorische Meisterschaft bewies. Musikfreunde kennen es unter dem Namen Goldberg-Variationen.

Der eröffnenden Aria folgen 30 raffinierte Wunderwerke und zum Abschluss die Wiederholung der Aria. Jede dritte Variation ist ein Kanon. Drei Variationen verlassen die Grundtonart G-Dur und wenden sich nach g-Moll. Tempo und Rhythmus wechseln ständig.

Schroeder und Fiedler lieferten eine interessante Version auf der Grundlage der Fassung für zwei Klaviere von Josef Gabriel Rheinberger. Sie spielten auf Roland-Digital Harpsichords C-30, bei denen der klassische Cembaloklang elektronisch erzeugt und verstärkt wird. Die beiden Musiker nutzten auch die zusätzlichen Spiel- und Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente und ließen einige Variationen in den Klangfarben eines Hammerklaviers und einer Orgel erklingen.

Vom Duospiel ging emotionale und spirituelle Kraft aus. So blieb der Geist der Bach’schen Musik gewahrt, obwohl die Tastenkünstler von interpretatorischer Freizügigkeit Gebrauch machten.

Quelle: HNA

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