Balance auf zwei Rädern

Melsunger bieten Segway-Touren durch nordhessische Städte an

+
Hat das Segway getestet: HNA-Volontär Jonathan Vorrath war zwischen Melsungen und Obermelsungen mit dem Gefährt unterwegs.

Melsungen. Einfach nach vorne lehnen und los geht die Fahrt. Wer mit einem Segway unterwegs ist, muss seinen Sinn für Gleichgewicht schärfen. Das futuristische Gefährt beschleunigt und bremst nämlich nur dann, wenn der Fahrer sein Körpergewicht verlagert.

Abbiegen geht wie beim Fahrrad mit dem Lenker. Der Wendekreis ist allerdings deutlich enger: Drehen auf der Stelle ist kein Problem.

Obwohl es kompliziert aussieht, ist Segwayfahren für fast jeden schnell zu lernen. „In vier Jahren hat erst eine Teilnehmerin abgebrochen“, sagt Sven Allmeroth. Der 33-jährige Melsunger organisiert gemeinsam mit seiner Frau Sabine Allmeroth Segway-Touren in Nordhessen. Die beiden haben ihr Büro zwar in Melsungen, dank ihrer Transportbusse sind sie aber mobil. „Wir bieten Touren an sechs Orten an, können aber eigentlich überall hinkommen.“

Egal, welche Tour man bucht, los geht es immer mit 30 Minuten Einweisung. „Das Programm habe ich selbst ausgearbeitet“, erklärt Sven Allmeroth. Beim Aufsteigen auf das Segway sei es wichtig, einen Fuß nach dem anderen vorsichtig auf die Kontaktfelder zu setzen. „Wenn man es nicht festhält, rollt das Gerät von alleine los.“ Deshalb müsse man aufsteigen und dann die Balance finden, damit es stehen bleibt. „Das Segway rollt aber nur langsam und fällt nach einigen Metern um, wenn niemand an Bord ist“, versichert der Tourguide.

Sobald man sicher auf dem Segway steht, geht es weiter: Langsam nach vorne lehnen und beschleunigen, nach hinten zum Bremsen. Dann geht es in den Hütchen-Slalom, um die Steuerung zu trainieren. Letzte Übung ist die Gefahrenbremsung: „Dafür geht man einfach in die Hocke, als würde man sich auf einen Stuhl setzen.“ Eine Überraschung hat der Flitzer noch: Wenn die Höchsgeschwindigkeit erreicht ist, drückt das Gerät den Fahrer nach hinten. „Keine Angst, man kippt nicht nach hinten über“, versichert Allmeroth.

Auf der Bartenwetzer-Tour von Melsungen nach Obermelsungen und zurück kommt dann Fahrspaß auf. Mit knapp 16 Kilometern pro Stunde geht es über Fahrradwege und Nebenstraßen. Plötzlich ein Schlag und ein Ruck von Kopf bis Fuß geht durch den Körper.

Beine nicht durchstrecken

„Übergänge von Straße auf den Fußweg immer in einem Zug fahren, nicht bremsen und zögern“, erklärt der Tourguide. Außerdem sollte man die Beine nicht ganz durchstrecken, um die Stöße ausgleichen zu können. Bei einer kurzen Pause an einer Tankstelle verschwindet Sven Allmeroth im Laden – mit seinem Segway versteht sich. Ohne Probleme bahnt er sich seinen Weg durch die engen Regalgänge. Um das zu können, ist aber mehr als die 30-Minuten-Einführung nötig.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

Kommentare