Fritzlarer Schüler drehten einen Film gegen Gewalt und Rassismus

Kamera läuft: Die Klasse 7eH der Anne-Frank-Schule in Fritzlar hat einen Film gegen Rassismus produziert. Auf dem Bild von links Curtis Althaus, Jannik Bolte und Nick Borkmann an der Kamera sowie rechts Klassenlehrerin Kirsten Roßkamp. Fotos:  Eberlein

Fritzlar. Zehn Tage lang stand in der Klasse 7eH der Anne-Frank-Schule in Fritzlar Film auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit Klassenlehrerin Kirsten Roßkamp und drei Studenten der Universität Kassel machten sich die 13 Schüler Gedanken über das Thema „Gewalt und Rassismus – ohne uns“.

Aus ihren Ideen und Erfahrungen wurde dann ein Kurzfilm. Die ersten drei Tage waren für die Drehbucharbeit eingeplant. Dazu brachte jeder Schüler einen Teil des späteren Inhaltes zum Thema der verfilmten Geschichte ein. „Angst und Scham“ lautete das Thema, zu dem die Schüler die Figuren und die Handlung des Filmes selbst entwickelten.

Vor und hinter der Kamera

Bei der Umsetzung waren sie dann nicht nur Schauspieler, sondern standen auch selbst hinter der Kamera und am Mikrofon.

Der Film dreht sich um Fabrizio, der als neuer Schüler in eine Klasse kommt, in der ein Zwiespalt herrscht. Auf der einen Seite stehen deutsche Schüler, auf der anderen Seite Schüler mit ausländischem Hintergrund. Immer wieder geraten die beiden Gruppen in Streit.

Fabrizio, der von seinen deutschen Mitschülern sofort in deren Kreis gezogen wird, freundet sich mit Öznur, einem Mädchen des ausländischen Teils der Klasse an. Da ist Stress vorprogrammiert, denn niemand soll die Freundschaft bemerken.

Es kommt allerdings, wie es kommen muss: Das Ganze führt zu einer gewaltgeladen Situation, in der sich beide Schülergruppen gegenüber stehen.

Das Ergebnis der Anne-Frank-Schüler ist einer von zehn Filmen, die seit Mai 2012 in Kooperation mit Studenten der Medienwerkstatt der Universität Kassel gedreht wurden.

Gezielt hatte die Medienwerkstatt Schulen und Einrichtungen für das Projekt ausgewählt, an denen Gewalt und Rassismus ein Thema sein könnten könnten. Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre sollten die Möglichkeit bekommen, eigene Erfahrungen mitzuteilen und einzubringen. „Alle Teilnehmer haben das Projekt sehr gut angenommen“, bilanziert Projektkoordinatorin Katharina Huber. Gemeinsam mit Tatjana Koplack und Björn Sorger hat sie die Schüler in Fritzlar angeleitet.

Alle zehn Filme werden am 7. März 2013 öffentlich in der Homberger Stadthalle präsentiert, bevor das Projekt dann mit fünfzehn neuen Gruppen in die nächste Runde geht.

• Kontakt und Bewerbungen für 2013 per E-Mail: Kathy_Huber@gmx.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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