Sägen, bohren, schweißen: Girls’ Day in Fritzlar 

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Erinnerungsstück: Aus Stahl stellten die Mädchen einen Briefbeschwerer her.

Fritzlar. „Das ist schon ganz schön anstrengend“, sagt Annalena Bödiker, als sie an der Ständerbohrmaschine ein Loch in eine Edelstahplatte bohrt. Im Rahmen des Girls’ Days schnupperte sie mit fünf anderen Schülerinnen in den Beruf des Metallbauers beim Unternehmen Anders in Fritzlar hinein.

Mit Kraft musste die Schülerin einen Hebel nach unten drücken und die Edelstahlplatte festhalten, damit das Loch an der richtigen Stelle gebohrt wird. Insgesamt wurden es vier Löchern, an denen später kleine Füßchen festgeschraubt wurden. Die Mädchen stellten in der Werkstatt des Unternehmens einen Briefbeschwerer aus Edelstahl her.

Sonst werden in der Werkstatt Metallfassaden, Lichtdächer, Fenster- und Türelemente hergestellt. Gebäude am Flughafen Frankfurt, im Hamburger Hafen, das Ratioland Baunatal und das Fraunhofer-Institut Stuttgart gehören zu den Projekten des Unternehmens.

Die sechs Schülerinnen der 6. und 7. Klassen hatten großen Spaß an den Arbeiten, die sonst eher Männer ausführen. Sie bohrten, sägten, frästen, polierten und schliffen die Kanten der Edelstahlplatte ab. „Höhepunkt für die Schülerinnen ist das Schweißen“, berichtet Stephan Eichberger, Geschäftsführer des Unternehmens. Weibliche Personen für technische Berufe zu begeistern, ist das Ziel des Girls’ Days – und auch der Wunsch des Unternehmens. „Leider gibt es viel zu wenige Frauen im Handwerk“, kritisiert der Geschäftsführer. Im Handwerk zu arbeiten, bedeute nicht automatisch, nur in einer Werkstatt zu stehen. „Frauen könnten als Bauleiterin, als Architektin, als Technische Zeicherin oder im Bereich Fassadenbau arbeiten“, sagt er. In diesen Bereichen bildet das Unternehmen Anders auch aus.

Fast zehn Auszubildende beginnen jedes Jahr ihre berufliche Karriere bei dem Metall- und Fassadenbauer. „Wir wissen, dass es einen Fachkräftemangel gibt – da ist es am einfachsten, für den eigenen Bedarf auszubilden“, erklärt der Geschäftsführer.

Perspektive für Mädchen

Auch ein Teil der Schülerinnen könnte sich vorstellen, später einmal einen solchen Beruf zu ergreifen. Häuserfassaden zu planen und große Bauwerke mitzugestalten sei sehr interesant. Auch die Arbeit in der Werkstatt mit den Metallen könnte eine Berufsperspektive sein. „Am Anfang ist es bestimmt etwas schwierig“, sagt die Schülerin Antonia Oppitz. Aber mit den andern Mädchen ist sie sich einig, dass einem der Beruf sicher leicht falle, wenn man viel übe.

Quelle: HNA

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