Sängerkrieg beim MSB: Präsidenten-Wahl erneut gescheitert

Fritzlar. Bei den Sängern in Nordhessen und Südniedersachsen ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Erneut scheiterte am Montagabend in Fritzlar-Ungedanken der Versuch, einen neuen Präsidenten für den Mitteldeutschen Sängerbund (MSB) zu wählen.

Damit steht der Verband, dem über 700 Chöre mit 38.000 Sängern angehören, vor einer Zerreißprobe. Dabei schien zunächst alles klar zu sein: Der geschäftsführende Vorstand hatte 54 Delegierte aus den 19 Sängerkreisen zum außerordentlichen Bundessängertag eingeladen, um einen Nachfolger für den zurückgetretenen MSB-Präsidenten Hans-Hermann Spitzer (Niedenstein) zu wählen.

Da aus den Sängerkreisen keine Vorschläge gemacht wurden, blieb als Kandidatin des Vorstands Monika Asthalter aus Spangenberg übrig. Sie war bisher zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und erklärte sich bereit, das sehr zeitaufwändige Ehrenamt zu übernehmen.

Bei der Versammlung in Ungedanken kam es am Montag zum Eklat: Obwohl es keinen Gegenkandidaten gab, wurde geheime Wahl beantragt. „Das kam komplett überraschend“, zeigte sich noch am Dienstag MSB-Vizepräsident Volker Bergmann (Morschen) erschüttert. Bei 27 Nein- und 23 Ja-Stimmen sowie zwei Enthaltungen war die Wahl Asthalters zur neuen MSB-Präsidentin dann gescheitert.

„Da wurde offensichtlich intensiv im Hintergrund gearbeitet, um die Gegenstimmen zu organisieren“, sagte Bergmann, der das Vorgehen als „Schweinerei“ bezeichnete und von Heimtücke sowie einer „Klatsche für den Vorstand“ sprach.

Monika Asthalter trat nach der Wahl vor allen Ämtern zurück. Handlungsfähig sei der Vorstand noch, sagte Bergmann, der bis Oktober erneut einen Bundessängertag einberufen muss. Wenn dann kein Präsident gewählt wird, ist die Zukunft des MSB ungewiss.

Von Peter Büchling und Ulrike Lange-Michael

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Quelle: HNA

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