Brennendes Laub und Zweige flogen über 100 Meter weit und versengten Kinderwagen

Säuleneiche stand in Flammen

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Nur noch ein schwarzes Gerippe: Die 200 Jahre alte Säuleneiche und die Gartenhütte wurden ein Raub der Flammen.

Felsberg. Durch die Unachtsamkeit eines älteren Felsbergers kam es am Montagnachmittag zu einem Baumbrand im Garten seines Wohn- und Geschäftshauses.

Der 72-Jährige hatte nur einen Korb voll Laub verbrennen wollen, doch der Wind trieb die Glut in eine etwa 200 Jahre alte Säuleneiche. Durch die enorme Trockenheit der vergangenen Tage geriet der Baum, auf dem noch jede Menge trockenes Laub hing, explosionsartig in Flammen.

Wie ein Kamin wirkte der mächtige, über 30 Meter hohe Stamm. Der Baum, der einen Umfang von mehreren Metern hat, stand innerhalb kürzester Zeit von der riesigen Wurzel bis zur Spitze in Flammen.

Komposthaufen brannte

Brennendes Laub flog über hundert Meter weit in angrenzende Grundstücke und auf die stark befahrene Straße zum Obertor. Auch auf einem Nachbargrundstück geriet dadurch ein Komposthaufen in Brand, an einem Haus in einem noch weiter entfernt gelegenen Grundstück brannte es in der Dachrinne. Umherwehende glühende Baumteile versengten auch einen Kinderwagen und bei einem geparkten PKW brannten die Scheibenwischergummis.

Eine 41-jährige Nachbarin hatte den brennenden Baum entdeckt und über Notruf 112 die Feuerwehr alarmiert. Mittlerweile hatten mehrere Anwohner mit Wasser aus Eimern die Folgebrände so weit abgelöscht, dass von ihnen vorerst keine weitere Gefahr ausging.

Straße gesperrt

Die Feuerwehr Felsberg, die mit 25 Einsatzkräften vor Ort war, löschte mit mehreren Strahlrohen den Baumbrand und auch die Glutnester in der Umgebung. Während der Löscharbeiten musste die Straße zum Obertor und die Einmündung in die Niedervorschützer Straße voll gesperrt werden.

Der ältere Felsberger, der ganz unglücklich war, da er mit seinem unerlaubten Laubverbrennen das Feuer ausgelöst hatte, sagte dass alles rasend schnell gegangen war: Eine Windböe hatte das Laub in den Baum geweht, und schon habe alles in Flammen gestanden. Seine Löschversuche mit einem Gattenschlauch waren dabei zum Scheitern verurteilt.

Opfer des Feuers wurden auch eine Abstellhütte und mehrere Gartengeräte.

Den Sachschaden gibt die Polizei mit 500 Euro an. Personen wurden nicht verletzt. Auch das Rote Kreuz aus Felsberg war mit zwei Fahrzeugen und vier Helfen an der Einsatzstelle.

Durch das beherzte eingreifen der Nachbarn und das schnelle Handeln der Feuerwehr konnte eine Katastrophe in der dicht bebauten Felsberger Altstadt verhindert werden.

Feuer im Garten verboten

Polizei und Feuerwehr weisen noch einmal eindringlich darauf hin, dass es generell verboten ist, Laub, Äste, Baumschnitt und Grasflächen anzustecken. Nur wenn ein Brandschein der jeweiligen Kommune vorliegt und die darin vorgegebenen Auflagen alle erfüllt sind, gibt es Ausnahmen von diesem Verbot. Wenn jemand in Feuer bemerkt, muss er sofort über Notruf 112 die Feuerwehr alarmieren. (zot)

Quelle: HNA

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