Bei Kurt Lohr wachsen etwa sechs Zentner Trauben an einem einzigen Rebstock

Saftig, süß und schön groß

Wahnsinnig große Ernte: Der Obermelsunger Kurt Lohr schneidet die dicken Trauben von seinem Rebstock. Foto: Schorn

OBERMELSUNGEN. Wo man auch hinsieht: Trauben. Der komplette Hinterhof von Kurt Lohr in Obermelsungen ist voll davon. Saftig, süß und schön groß hängen sie an den Reben dicht über den Köpfen der Besucher. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Denn seit 15 Jahren haben Lohrs Trauben zu Hause. Doch diesmal gibt es dort so viele Reben wie noch nie.

„Ich schätze, das sind bis zu sechs Zentner“, sagt der 70-jährige Rentner, der hobbymäßig selber Branntwein destilliert. „Die sind diesmal richtig kräftig und süß“, schwärmt er. Warum dieses Jahr so viele Früchte an seinem Rebstock hängen, kann der pensionierte Polizeibeamte nicht genau sagen. „Ich vermute aber, dass das mit dem günstigen Wetter während der Traubenblüte zusammenhängt“, sagt Lohr. Denn gedüngt hat er seinen Rebstock nicht. „Außer Wasser kommt an die Trauben nichts dran“, sagt er überzeugt.

Dabei hat alles ganz klein angefangen. Vor 15 Jahren pflanzte er einen einzelnen Rebstock im Garten. Dieser wuchs und wuchs und trug immer mehr Trauben. „Ich muss immer eine Beschäftigung haben“, erklärt der agile Rentner, warum er den Wein damals pflanzte.

Mittlerweile bedeckt der Rebstock den 70 Quadratmeter großen Hinterhof von Lohrs und rankt sogar weiter an den Zäunen des Gartens entlang.

Als kürzlich der Winzer zu Besuch war, bei dem Kurt Lohr immer seinen Wein kauft, war der Mann ganz erstaunt, erzählt der Obermelsunger und lächelt: „So eine Ernte von einem einzigen Rebstock hätte er gern auch einmal.“

Schon in zwei bis drei Wochen sind alle Trauben abgeerntet. Die ersten hat Lohr bereits gepflückt. Auf altbewährte Art hat er sie zu Maische zerstampft. Jetzt lässt er sie in zwei 60-Liter-Fässern gären, um Wein daraus zu machen.

„Obwohl die Trauben sehr süß sind, wird der Wein aus ihnen sehr trocken“, weiß der 70-Jährige. Seine Kinder trinken den besonders gern, er hingegen mag es eher lieblich. Die restlichen Trauben verschenkt Kurt Lohr. Seine Freunde, Nachbarn und Bekannten freuen sich jetzt schon.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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