Das sagen Schulleiter zur Kürzung der Sätze für Vertretungsstunden

Neue Regeln, weniger Vertretungsgeld. Auch die Gremien der Drei-Burgen-Schule Felsberg (Foto) werden sich wohl für das so genannte Kleine Budget entscheiden. Foto:  Archiv

Schwalm-Eder. Etwa 600 Kinder besuchen die Drei-Burgen-Schule in Felsberg. Unterrichtet werden sie von 50 Lehrkräften, die sich auf 35 volle Stellen verteilen. Wenn einer von ihnen krank wird, gilt künftig: Um eine Vertretung zu bezahlen, kann sich die Schule auch aus anderen Etat-Posten bedienen.

Dafür schrumpft das eigentliche Budget für die Vertretungen: 35.000 Euro pro Jahr waren dies einmal, nur 23.000 Euro sollen es zukünftig sein. Vorausgesetzt, die Gremien der Gesamtschule entscheiden sich bis Februar dafür, auf das so genannte Kleine Budget umzusteigen. Und so wird es laut Schulleiter Dr. Dieter Vaupel wohl kommen: „Wir haben aus meiner Sicht keine andere Wahl.“

Denn bleibt man bei dem alten System, so entfällt laut Vaupel die Möglichkeit, nicht benötigtes Vertretungsgeld für kommende Haushaltsjahre bunkern zu können. Im Vorjahr habe man rund ein Viertel dieses Postens nicht verbraucht, was „zum Jahresende immer ein beruhigendes Polster“ war, so der Schulleiter. Künftig wäre dieses Geld weg.

Vier Posten im Budget

Sofern Schulen sich für das Kleine Budget entscheiden, dann müssen sie neben dem Vertretungsunterricht drei weitere, bisher eigenständige Haushaltstitel verwalten – und zwar für Lernmittelfreiheit, für Lehrerfortbildung und für Computer-Aktivitäten im Programm Schule@Zukunft. Zwar kann eine Schule dann theoretisch Geld zwischen diesen Posten hin und her schieben. Doch Vaupel gibt zu bedenken: „Der Spielraum ist so eng geworden, dass das kaum funktionieren wird.“

So sei etwa die kostenlose Versorgung aller Kinder mit Schulbüchern „ein Verfassungsauftrag, den wir garantieren müssen“ – also ein nur sehr eingeschränkt gestaltbarer Finanzposten. Und wenn absehbarerweise „ein gutes Drittel weniger“ für Lehrervertretungen im Topf sei, dann, so Vaupel, „werden wir nicht garantieren können, dass der Unterricht in jedem Fall abgedeckt ist“. Vaupel meint, das Budget-System sei prizipiell eine gute Sache. „Aber Schwerpunktsetzung kann nur dann funktionieren, wenn auch ein gewisser Spielraum da ist.“

Das ganze Geld war nötig

Die Carl-Banzer-Schule in Ziegenhain hat sich bereits für das neue Modell entschieden. „Es ist aus unserer Sicht vorteilhaft“, sagt die Vize-Schulleiterin Heidrun Elborg und findet es gleichwohl problematisch, dass das Vertretungsgeld gekürzt wurde. „Unsere Schule hat das voll in Anspruch nehmen müssen“, berichtet sie.

Gut findet Heinz Meier, Direktor der Gustav-Heinemann-Schule in Borken, die Möglichkeit, das Kleine Budget zu beantragen. Zwar bekomme die Schule weniger Geld, sei aber insgesamt flexibler. Meier: „Wir können bis zum Ende des Jahres die volle Budget-Summe ausgeben. Das war vorher nicht so.“ (asz/fil)

Quelle: HNA

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