Museumsgespräche: Gastgeberin Petra Nagel präsentierte kurzweilige Geschichten

Sagenhaftes aus der Schwalm

Muntere Runde: Olaf Nolte, Karl-Heinz Vestweber, Klaus Stern, Heidrun Englisch, Petra Nagel, Dr. Wolfgang Fröhlich und Sören Flimm (von links). Foto: Rose

Ziegenhain. Was wäre das Rotkäppchen ohne den Wolf? Und was wäre die Schwalm ohne märchenhafte Geschichten? Diesen und anderen Anekdoten ging am Donnerstag die Moderatorin Petra Nagel bei den Schwälmer Museumgesprächen in Ziegenhain auf den Grund. Unter dem Motto „Schwalm märchenhaft“ plauderte sie mit Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll, Karl-Heinz Vestweber und Heidrun Englisch vom Tourismusservice Rotkäppchenland, dem Obermeister der Bäckerinnung Olaf Nolte, Dokumentarfilmer Klaus Stern und Musicalsänger Sören Flimm – vor ausverkauftem Haus.

Was die Schwalm zu bieten hat, erfuhren die Gäste von Sören Flimm und Tobias Geisel. Zusammen haben die beiden 23-Jährigen ein Musical über das Kriegsgefangenenlager Stalag geschrieben. Zu hören gab es erste gesangliche Kostproben. Am 14. April wird das Musical in der Treysaer Festhalle von 30 Laiendarstellern uraufgeführt.

Über seine Jugend in der Schwalm erzählte Grimme-Preisträger Klaus Stern. „Ich war ziemlich faul. Mich hat interessiert, dass meine Mofa über 100 fuhr.“ Nach der Schule wäre er lieber Torwart geworden, stattdessen machte er eine Ausbildung bei der Post – zur Dienstleistungsfachkraft. Über das Politik-Studium kam Stern zum Dokumentarfilm. „Mich fasziniert an den Menschen das, was sie antreibt – Gier und Größenwahn.“ Was ihm die Schwalm mitgegeben habe? „Sturheit – aber im positiven Sinne.“

Von Wölfen und Bären berichtete Dr. Wolfgang Fröhlich. Er klärte die Frage, ob der Wolf einen Menschen mit Haut und Haaren verspeisen könne. „Das Rotkäppchen wog bestimmt so an die 40 Kilo und ein Wolf frisst täglich zwischen acht und zehn Kilo Fleisch.“ Der Wildpark Knüll sei derzeit 50 Hektar groß und beherberge 450 Tiere. 75 000 Menschen besuchten den Park pro Jahr. Über den Zusammenschluss von Schwalm und Knüll in Sachen Tourismus informierten Karl-Heinz Vestweber und Heidrun Englisch. Unter der Dachmarke Rotkäppchenland machten sich nicht nur Kommunen, sondern auch Dienstleister stark. Das zeige sich in den aktuellen Übernachtungszahlen: 400 000 pro Jahr.

Schwälmer Kekspause

Bäckermeister Olaf Nolte sorgte indes für eine Schwälmer Kekspause. Der Schwarzenborner hatte den Gästen Stollen und Plätzchen mitgebracht. 5000 Stück habe er in dieser Saison gebacken. Den Beruf des Bäckers beschrieb er so: „Früher waren wir dazu da, Menschen satt zu machen. Heute ist es unsere Aufgabe, gesättigten Menschen Appetit zu machen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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