Salmonellen-Erkrankungen: Nicht alle Menschen gehen zum Arzt

Geflügel ist oft mit Salmonellen belastet: Hühnerfleisch verlangt einen sorgsamen Umgang. Foto:  Archiv

Schwalm-Eder. Die Kühlschränke können in diesen heißen Tagen gar nicht groß genug sein. Wer vermeiden will, dass Lebensmittel schnell welken, ungenießbar oder gar gesundheitsgefährdend werden, sollte zusehen, dass sie stets gut gekühlt sind, sagt Dr. Peter Urban.

„Gerade bei Fleisch ist es wichtig, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird“, sagt der Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Gesundheitsamt.

Das gelte für alle Speisen, die mit Mayonnaise zubereitet sind – die ist bei diesem Wetter extrem anfällig für den Befall von Salmonellen oder Campylobacter-Viren. „Wer an der Imbissbude einen Kartoffelsalat bestellt, sollte schauen, ob er offen rumsteht oder kühl gelagert war“, sagt Urban. „Eine Garantie auf Keimfreiheit gibt es da nicht.“

Sorgfalt bei Geflügel

Zu Sorgfalt rät Urban aber beim Umgang mit Geflügelfleisch. „Viele Menschen sind beim Grillen sehr leichtsinnig“, sagt Urban. Da werde in der Küche alles, was es an Fleisch und Würstchen gibt, auf einem Teller nach draußen getragen und auf den Grill gelegt. „Das fertige Grillgut kommt dann wieder auf denselben Teller, auf dem zuvor das rohe Fleisch lag – und wird dort mit den krankmachenden Bakterien infiziert.“

Auch auf den Gebrauch von rohen Eiern sollte man komplett verzichten, also weder weder Salatsaucen noch Quarkspeisen mit rohen Eiern verfeinern, sagt Urban. Er erinnert sich an Partys, nach denen viele Gäste erkrankten, weil sie alle vom Nachtisch gegessen hatten, in dem sich rohe Eier befunden hätten.

In Gaststätten aber sei der Genuss von Süßspeisen wie Tiramisu oder Mascarpone unbedenklich: „Die Betriebe halten die Hygienestandards ein, dort wird sauber gearbeitet.“ Längst nicht alle Fälle von Salmonellen-Erkrankungen landen beim Arzt, viele Menschen stehen die angebliche Magenverstimmung ohne medizinische Hilfe durch. „Die Dunkelziffer ist deshalb extrem hoch“, sagt Urban.

Er hat noch einen Rat, den man ohne jeden Aufwand befolgen kann: Händewaschen. Und zwar so oft es geht. „Durch nichts werden so viele Bakterien übertragen wie beim Händegeben.“

Eine Infektion bleibt übrigens alles andere als unbemerkt: Zum Krankheitsbild gehört massiver Durchfall. Wer bereits darunter leidet, der kann nicht viel machen, außer die Sache durchstehen. Und dabei Wasser und Tee trinken, trinken, trinken.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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