Im Fritzlarer Scala-Varieté ist der letzte Vorhang gefallen – Gelungenes Konzert

Salonorchester zum Abschied

Gutes Zusammenspiel: Boris Raderschatt und Maria Penny Packe.

Fritzlar. Zum letzten Mal öffneten sich die Tür und der Vorhang des Scala-Varietés. Am Sonntagnachmittag präsentierte der Kulturverein der Stadt Fritzlar zum Abschluss das Salonorchester Weimar. Zu einer Reise in die Vergangenheit, in die wilden 20er- und 30er-Jahre begrüßte Gerlinde Brandstetter vom Kulturverein das Publikum der finalen Vorstellung.

Brandstetter bedauert die Schließung des Scalas. „Es wird nicht einfach sein, eine geeignete Alternative zu finden“, sagte sie. Für Veranstaltungen wie das Konzert des Salonorchesters sei der Saal perfekt. Zwei bis dreimal im Jahr nutzte der Kulturverein die Bühne des Varietés. Von nun an müssen andere Räume gefunden werden.

Mit dem Wissen, die letzten zu sein, die auf der Scalabühne stehen und mit dem Programm „Willkommen im Schlagersalon“, hatten die sieben Musiker des Schlagerorchesters spritzige Melodien und freche deutsche Texte im Gepäck. „Haben sie schon mal im Dunkeln geküsst“, „Kann denn Liebe Sünde sein“ und „Irgendwo auf der Welt“ – Sänger Boris Raderschatt führte das Publikum mit Witz und Charme durch den späten Nachmittag und frühen Abend. Er erzählte kleine Anekdoten und berichtete unter anderem von einem Auftritt mit Johannes Heesters. Ein Filou sei er gewesen, erinnerte sich Raderschatt.

Zum Weimarer Salonorchester gehören außerdem Klaus Wegener (Saxophon, Klarinette), Clemens Rynkowski (Klavier), Martin Leutz (Bass), Jürgen Schneider (Schlagzeug, Akkordeon), Maria Penny Packe (Bratsche) und Justyna Niznik (Geige).

Die Musiker hatten ihr Orchester 1999 gegründet. In diesem Jahr trug Weimar den Titel „Kulturhauptstadt“. Seither treten die sieben Berufsmusiker in Städten in ganz Deutschland auf.

Sie spielen nicht nur Schlager und Titel aus den 20er- und 30er-Jahren. In ihrem Crossover-Programm kommen auch Songs von Rammstein vor. Aber auch Bach und Mozart sind vertreten. Kaum vorstellbar, wenn man die Sieben am Sonntag gesehen und gehört hat. (zen)

Quelle: HNA

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