Wintereinbruch verhilft Baumärkten im Wolfhager Land zu gestiegenen Absätzen

Salz gegen Eis und Schnee

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Bestens für den Winter ausgestattet: Benedikt Pfeil und Susanna Oliev mit Schneeschieber, Schaufel und Streusalz vor dem Baumarkt Zugreif in Wolfhagen.

Wolfhager Land. Glatte Straßen, rutschige Gehwege und zentimeterdicke Schneeschichten auf den öffentlichen Plätzen stellen die Wolfhager Autofahrer und Fußgänger seit dem frühen Montagmorgen auf eine harte Probe.

Städtische Räumdienste und Anwohner haben nun alle Hände voll zu tun, um dem chaotischen Schneetreiben mit Schiebern, Schaufeln und Streusalz zu Leibe zu rücken. Doch was bei den einen für genervtes Kopfschütteln sorgt, freut die anderen: Die Wolfhager Baumärkte vermelden eine merklich gestiegene Nachfrage bei Salz, Schneeschieber und Co.

„Die Verkaufszahlen sind deutlich besser als noch im Vorjahr“, sagt Mario Goos vom Zugreif-Heimwerkermarkt an der Magdeburger Straße 2. „Allein am Montag hat unser Team etwa 40 Schneeschieber und zwei Paletten Streusalz verkauft“.

Grundversorgung sicher

Sorgen um leere Salzlager müsse sich aber niemand machen – alles sei noch in ausreichender Menge vorhanden.

Dass panische Anstürme und Hamsterkäufe bislang ausgeblieben seien, liege in der Hauptsache an den beiden bisher recht mild verlaufenen Wintermonaten Dezember und Januar. „Die Anwohner hatten sich schon vor dem großen Schneefall mit Streusalz eingedeckt und waren so für den plötzlichen Witterungsumschwung bestens gerüstet“, sagt Andrea Rohde von der Wolfhager Raiffeisen-Warenzentrale an der Bahnhofstraße 10. Bis zum Montagnachmittag seien etwa 25 Säcke Streusalz an Privatpersonen und gleich eine ganze Lkw-Ladung an einen örtlichen Winterdienstler verkauft worden.

Ordentliche Bilanz

Das sei für einen einzelnen Tag zwar eine recht ordentliche Bilanz, aber noch keinesfalls außergewöhnlich. Anders sieht die Lage bei jahreszeitabhängigen Gebrauchsgegenständen wie etwa Schneeschiebern aus.

Diese würden nur dann gekauft, wenn es auch tatsächlich schneie, sagt Vinzenz Schmandt vom Gemischtwarengeschäft Schmandt in Naumburg. „Der Wintereinbruch hat uns deshalb ein sehr gutes Geschäft beschert.“

25 Schneeschieber gingen allein am Montag über die Ladentheke. „Die Kunden kaufen heute bedarfsorientiert und nicht mehr auf Vorrat“, ergänzt Schmandt.

Der Winter bleibt

Ein Ende der Frostperiode ist auch in den nächsten Wochen noch nicht abzusehen. An Material, um den Gefahren des Winters Herr zu werden, herrscht in Wolfhagen kein Mangel – die Baumärkte und Warenlager sind gut aufgestellt und verfügen sogar noch über Restbestände aus dem Vorjahr. „Da hatten wir ja schließlich gar keinen Winter“, ergänzt Mario Goos.

Hintergrund: Verwendung von Streusalz

Streusalz lässt sich einfach lagern, unkompliziert verteilen und sorgt zuverlässig dafür, dass Schnee und Eis schmelzen. Nicht nur in Baumärkten, sondern auch in vielen Supermärkten und Gemischtwarenläden gehört es mittlerweile zum Standardprogramm.

Dennoch ist sein Einsatz umstritten: Wegen der Belastung für Pflanzen und Tiere raten die Kommunen, es nur in Ausnahmefällen oder an besonders gefährlichen Stellen wie Rampen oder Treppen zum Einsatz zu bringen. Für Privatpersonen reicht es aus, den Schnee von Hand mittels eines Schneeschiebers zu räumen oder alternativ auf abstumpfende Streumittel wie Sand oder Kies auszuweichen (esp).

Quelle: HNA

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