Salzpipeline von K+S könnte Kommunen Habichtswald und Zierenberg treffen

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Westlich an Kassel vorbei und weiter bis zur Oberweser: Diese Grafik fotografierten Bürgerinitiativen bei einem Treffen in Gieselwerder. Es zeigt den Verlauf der Pipeline (rot) und Suchräume (S), in denen ein Salzspeicherbecken entstehen könnte.

Habichtswald/Zierenberg. Die K+S-Pipeline für Salzabfälle zur Oberweser könnte durch Gebiete der Stadt Zierenberg und der Gemeinde Habichtswald verlaufen. Jetzt wurden Details bekannt: Die Leitung würde aus Richtung Schauenburg kommen, durch Habichtswald und Zierenberg führen.

Eine kunst-stoffummantelte Pipeline mit 60 Zentimeter Durchmesser soll unterirdisch mit mindestens einem Meter Erdabdeckung verlegt werden – solche Details zur Oberweser-Pipeline gab es bisher nicht. Doch kürzlich, bei einem Gespräch zwischen Bürgerinitiativen (BI) und dem Düngemittelhersteller K+S in Gieselwerder, wurden offenbar solche Aspekte besprochen. Das berichten BI-Vertreter.

In den Rathäusern von Habichtswald und Zierenberg ist der Korridor für die Salzpipeline, der westlich von Kassel an Ehlen und Zierenberg verläuft, bekannt. Beide Kommunen stimmten sich für eine Stellungnahme beim Regierungspräsidium Kassel bis zum 2. Mai eng aufeinander ab, sagte Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue. Dabei geht es um zwei zentrale Punkte. Zum einen müsse das Risiko für die Trinkwasserversorgung abgeklärt werden. Die Habichtswalder beziehen einen Teil ihres Trinkwassers aus einem Brunnen bei Schauenburg. „Was passiert bei einem Leck in der Salzleitung?“, fragt Raue.

Ein weiterer Aspekt berührt die Entwicklungsperspektive der Gemeinde. Es dürfe nicht passieren, dass die Pipeline die Gestaltungsmöglichkeiten beschneidet. Ob Gewerbegepiet, Ferienpark oder Wohngebiet – niemand wisse, was in zehn Jahren sei – aber die Kommunen dürften sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen. Auch müsse darauf geachtet werden, dass sich der Planungskorridor beider Kommunen nicht weiter verenge. Denn innerhalb des K+S Suchraumes verlaufe auch die Mitte-Deutschland Anbindungs-Leitung (MIDAL). Bei ihr handelt es sich um eine 702 Kilometer lange Erdgas-Pipeline von der Nordseeküste nach Süddeutschland.

In Zierenberg beschäftigt sich der Magistrat in der Woche nach Ostern mit der Thematik. Erster Stadtrat Gerd Appel wollte der Position des Gremiums nicht vorgreifen. „Wir werden die Argumente in Ruhe abwägen“, sagte er und verwies darauf, dass es Befürworter und Gegner der Salzpipeline gebe.

Bürgerinitiative ernüchtert

Unterdessen zeigten sich in Gieselwerder die Bürgerinitiativen ernüchtert vom jüngsten Treffen. Es habe kaum neue Informationen gegeben. „Klar ist immerhin, dass der beantragte Trassenverlauf für die Oberweser-Pipeline westlich um Kassel herum und östlich an Hofgeismar vorbeigehen soll, um an Gottsbüren vorbei zwischen Gieselwerder und Gewissenruh in die Weser zu münden“, heißt es im Bericht.

Von Göran Gehlen und Antje Thon

Quelle: HNA

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