Sammeltaxi war für Fahrt von Bad Wildungen nach Fritzlar die falsche Wahl

Fritzlar. Es sollte ein schöner Ausflug ins Schwimmbad Heloponte in Bad Wildungen werden, den Hans-Heinrich Volkers aus Fritzlar mit dem fünfjährigen Nick plante. Doch er endete in einem Sieben-Kilometer-Fußweg.

Zurück wollte Volkers mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Er erkundigte sich telefonisch und entschied sich für ein Anruf-Sammel-Taxi (AST). Bei diesem Angebot fahren Taxen bestimmte Stationen an, die Fahrgäste müssen sie allerdings telefonisch vorbestellen.

Pünktlicher Start

Das tat Volkers. Pünktlich um 15.05 Uhr rollte das AST am Heloponte los, doch an der Grenze zwischen den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder war Schluss. Er dürfe nicht weiterfahren, habe der Taxifahrer erklärt, auch nicht gegen einen Aufpreis.

Kulanterweise wurden die beiden Fahrgäste noch bis Ungedanken, dem ersten Ort im Schwalm-Eder-Kreis, gefahren. Doch dort gab es keinen Anschluss an ein weiteres AST oder einen Bus. Der nächste Zug wäre eine Stunde später gefahren. Volkers und Nick entschieden sich, den weiteren Weg zu Fuß zu bestreiten: sieben Kilometer bei -7 Grad.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die für Waldeck-Frankenberg zuständige EWF (Energie Waldeck-Frankenberg) bestätigen, dass es so kommen konnte. In der Tat fahre das AST nur bis Mandern. Die EWF bedauere das, sagte Pressesprecherin Heike Bayerköhler auf HNA-Anfrage, und sie werde mit Volkers das Problem gerne persönlich besprechen.

EWF und NVV verwiesen allerdings auf eine Alternative. Vom Bahnhof in Bad Wildungen aus gebe es eine regelmäßige Verbindung nach Fritzlar, per Bus und per Bahn.

Alle zwei Stunden bestehe am Sonntag eine Fahrmöglichkeit, betonte Sabine Herms vom NVV. Gerade die Buslinie 500 auf dieser Strecke habe eine große Qualität. Sie räumte allerdings ein, dass der Weg vom Schwimmbad zum Bahnhof ein Problem sein könne. Dafür müsse man notfalls ein Taxi nehmen. Nach Angaben von Heike Bayerköhler ist der Weg vom Heloponte zum Bahnhof etwa eineinhalb Kilometer lang. Wenn dort kein Bus fahre, sei das Sache der Stadt Bad Wildungen, die den Innerortsverkehr organisiere.

Im Fall von Hans-Heinrich Volkers und Nick sei das Problem, so Herms: "Diese Verbindung war für den Fahrgast nicht sinnvoll."

Tipp: Vor der Fahrt planen

Sie empfahl, sich vor der Fahrt über die Verbindungen zu erkundigen, am besten beim Telefonservice des NVV. Volkers hatte die Mobilitätszentrale in Waldeck-Frankenberg angerufen und das AST bestellt. Eine Alternative sei ihm nicht empfohlen worden.

Grundsätzlich müsse sich an der Verbindung zwischen Bad Wildungen und Fritzlar etwas verbessern, findet Hans-Heinrich Volkers.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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