Freiluftausstellung Tonale 2011 eröffnet - Tönende Kunst am Rande der keltischen Welt

Sanfter Klang im Dörnberg-Wind

Kunst direkt auf den Helfensteinen: Marcus Große und Christoph Bartsch präsentieren ihr „Basaltron“, das idealerweise bei Westwind bassorientierte Klänge in die Dörnbergregion schickt. Fotos: Hoffmann

Zierenberg. Das Drehkreuz zum Dörnberggelände knarrt und klingt, als mehrere Dutzend Besucher es am Donnerstagnachmittag passieren. „Es könnte fast als Exponat ausgeschrieben sein“, scherzt einer der Besucher. Die Kulturinteressierten folgen nämlich verschiedenen Klängen, sind auf dem Weg zu den Helfensteinen, wo Marcus Große und Christoph Bartsch ihr „Basaltron“ errichtet haben. Es ist Teil der Tonale 2011, die zuvor durch Landrat Uwe Schmidt am Naturparkzentrum eröffnet wurde.

Eigentlich war es doch aber eher der Wind, der das Startsignal gab, indem er die Habichtswaldsaiten von Renate Hoffleit und Michael Bach Bachtischa zart und doch vernehmlich zum Klingen brachte. Die sanften Klänge der Saiteninstallation noch im Ohr, gehen die Besucher auf eine Klangreise am Rande der keltischen Welt. Das „Basaltron“ liefert eher bassorientierte Töne, vorausgesetzt, der Wind spielt mit. Ausgelegt auf Westwind, müssen die Künstler beim vorherrschenden Nordgebläse mit ihren Jacken den Wind entsprechend umleiten, um ihrer Installation die gewünschten Klänge zu entlocken.

Interaktion

Das dauert ein wenig, was Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger die Gelegenheit gibt, den Klangwanderern Wissenswertes über die Dörnbergregion mit auf den Weg zu geben.

Auch die „Fünf Säulen für den Dörnberg, fünf Töne für den Wind“ von Martin Ketelhut und Frederik Esser, die direkt auf dem Dörnberg installiert sind, arbeiten mit dem Wind. Hier haben die Besucher allerdings die Möglichkeit, interaktiv mitzuwirken.

Livio Cacinis „Vertreiberklangkreis“ kommt ohne die Mithilfe des Windes aus: Das Werk des Schweizers setzt darauf, dass in der Mitte eines aus Wühlmausvertreibern gestalteten Klangkreises die Erfahrung erhörbar wird, wie Natur und Kultur sich gegenseitig bedingen.

Kapsel für die Stille

Die „Audiosphaere“ von Mali Theresia Rupp lässt die Töne der Außenwelt vergessen. Besucher können in der roten Kapsel ihre individuelle Klangempfindung in der Stille überprüfen und nach Verlassen erneut einem Praxistest unterziehen.

Die ausstellenden Künstler sind die Gewinner eines international ausgeschriebenen Wettbewerbes. „Ausschlaggebend für die Jury war, dass die realisierten Klangkunstobjekte mit den topografischen, geologischen, naturschutzrelevanten und historischen Besonderheiten der jeweiligen Standorte korrespondieren“, so Heidi Rühlmann, künstlerische Leiterin der Tonale auf dem Dörnberg.

Tonale 2011: Ausstellung noch bis 31. August auf dem Dörnberg mit umfangreichem Rahmenprogramm. Weitere Informationen unter www.naturpark-habichtswald.de

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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