Die sanierte Kirche in Bad Emstal-Sand wird am Sonntag wiedereröffnet

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Nur die Bänke sind geblieben: Der Innenraum der Kirche in Sand wird jetzt von klaren Linien und modernen Materialien dominiert. Pfarrerin Dr. Gisela Natt gefällt es. Foto: Pflug

Bad Emstal. Lichtdurchflutet, offen, einladend - der Innenraum der Kirche in Sand wurde in den vergangenen 13 Monaten saniert. Am Sonntag, 27. Juli, können die Gemeindemitglieder bei einem Fest das Gebäude neu entdecken.

„Der Innenraum wurde vollständig entkernt“, erklärt Pfarrerin Dr. Gisela Natt. Die Renovierung sei dringend nötig gewesen: „Es gab diverse kleinere Mängel, die Heizung ließ sich schlecht steuern und das Holz war durch Wurmbefall angegriffen“, sagt Natt. Die Landeskirche Kurhessen-Waldeck hat den Umbau mit 197600 Euro unterstützt, sagt Pressesprecherin Petra Schwermann. Dieser Beitrag stammt aus zentral verwalteten Geldern der Bauablösung. Den größten Teil der Kosten habe die Kirchengemeinde selbst getragen, über die Höhe wollte Schwermann keine Auskunft erteilen. Laut Pfarrerin Natt, sind dies Rücklagen der Kirche sowie Spenden, bis Mitte Juni seien so 13650 gespendet wurden.

Durch einige der Umbauten, wie den Rückbau der Empore und das Ersetzen des Holzes durch eine Stahl- und Glaskonstruktion, wirkt der Raum hell und freundlich. „Jetzt ist keines der ursprünglichen Fenster aus dem Jahr 1910 mehr verdeckt“. Außerdem werde durch die Umbauten und das Ersetzen des Teppichbodens durch Dolomitstein die Akustik verbessert.

Viele der Umbauten haben ähnlich praktische Gründe: „Für weiter angereiste Gäste haben wir nun auch Toiletten“, sagt Natt. Die neue Gasheizung sei nicht nur ökologischer, sondern beheizt den ganzen Raum, nicht mehr nur die Bänke. Die festinstallierten Sitzmöglichkeiten im vorderen Teil der Kirche wurden entfernt. So haben die Chöre mehr Raum für ihre Auftritte und bei Bedarf kann dort bestuhlt werden. Unter dem Taufstein wurden Rollen installiert und der Altar aus dem Kreuzrippengewölbe nach vorne verlagert. Man sei so flexibler und näher an der Gemeinde, sagt Natt. Durch die Verlagerung des Altars könne der Blick auch ungehindert auf das Kirchenfenster fallen.

Noch ist nicht alles fertig, die Lampen müssen noch installiert werden und es soll ein neuer Altar und Pult aus Holz von Künstlern gestaltet werden. „Dafür hoffen wir noch auf Spenden“, sagt Natt. (ypm)

Service: Fest zur Wiedereinweihung

Die Feierlichkeiten beginnen am Sonntag, 27. Juli, um 9.45 Uhr mit dem gemeinsamen Zug vom Gemeindehaus zur Kirche. Den Festgottesdienst ab 10 Uhr gestalten Pröpstin Kathrin Wienold-Hocke und Dekan Dr. Gernot Gerlach. Ab 11.30 Uhr gibt es vegetarischen Eintopf und Bratwürstchen. Um 13.30 Uhr bieten die Architekten des Umbaus einen Rundgang an und es werden Bilder, die vor und während des Umbaus entstanden, gezeigt. Im Anschluss kann der Glockenturm begangen werden. Ab 14.30 Uhr können Besucher die Akustik bei einem Hörspiel erleben. Ab 16 Uhr geben die Kinder der Kita Hummelnest und der Posaunenchor ein Konzert. (ypm)

Quelle: HNA

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