Gemeinde auf Geld von Bund und Land angewiesen – Schulden steigen auf 10,83 Mio. Euro

Die Sanierung der Bilz kostet

Ottrau. Auch im kommenden Jahr ist die Gemeinde Ottrau wieder fest im Griff der Großbaustelle Bilz: Weitere 2,28 Millionen Euro will sie in 2014 in die Sanierung der Straße stecken. Dennoch verringert sich das Defizit des Haushalts um 60 000 Euro im Gegensatz zum aktuellen Jahr: Ein Loch von 100 000 Euro wird erwartet. Das Zahlenwerk brachte Bürgermeister Norbert Miltz am Dienstagabend in der Sitzung der Gemeindevertreter ein.

„Das Defizit ist zwar schmerzlich, fällt aber im Vergleich zu Gemeinden gleicher Größenordnung noch moderat aus“, sagte Miltz. Er kritisierte, dass immer mehr Aufgaben und damit Kosten auf die Kommunen abgewälzt würden. Ottrau sei als eine der finanzschwächsten Gemeinden im Landkreis fast völlig von den Mitteln aus Bund und Land abhängig.

Den Einnahmen von 3,39 Mio. Euro stehen Ausgaben von 3,49 Mio. Euro gegenüber. Die Einnahmen stammen unter anderem aus den Schlüsselzuweisungen (1,11 Mio. Euro) und den Anteilen der Einkommensteuer (580 000 Euro).

„Es gilt alle Einsparpotenziale, die uns zur Verfügung stehen, auszuschöpfen“, sagte der Bürgermeister. So soll bei den Betriebkosten gespart werden. Die Ausgaben und Investitionen (4 Mio. Euro) der Gemeinde verteilen sich:

• Instandsetzung der Leichenhalle Immichenhain 15 000 Euro,

• Sanierung Gemeindestraßen 20 000 Euro,

• Kläranlage Immichenhain 900 000 Euro, sowie Photovoltaikanlage 80 000 Euro,

• Planungskosten für Brunnensanierung 52 000 Euro,

• Bau einer Entsäuerungsanlage 150 000 Euro,

• Sanierung Mehrzweckhalle weitere 60 000 Euro,

• Dorfgemeinschaftshaus Schorbach 300 000 Euro,

• Neugestaltung Spielplatz Görzhain 15 000 Euro.

Die Gesamtschulden der Gemeinde erhöhen sich von 7,27 Mio. Euro auf 10,83 Mio. Euro. Ottrau wird 2014 Kredite in Höhe von 3,70 Mio. Euro aufnehmen.

Die Ottrauer Gemeindevertreter erhoffen, dass sich durch den geplanten Windpark bei Immichenhain zukünftig mehr einnehmen können, so Parlamentsvorsteher Hans-Jürgen Flohr (SPD) in seiner abschließenden Rede.

Zuvor wurde der Nachtragshaushalt 2013 ohne Diskussion mit acht Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen. Den 3,14 Millionen Euro Einnahmen standen Ausgaben von 3,3 Millionen Euro gegenüber.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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