Sanierung der Klosterkirche beginnt in Spieskappel

Müll für guten Zweck: Pfarrer Swen Kuchenbecker, Dieter Itzenhäuser, Jutta Heiner, Michael Bellmann, Hans Hedderich, Ehrhard Rohde und Pfarrer Marco Firnges (von links) hoffen, dass zugunsten der Kirche möglichst viel Schrott zusammen kommt. Foto: Rose

Spieskappel. Schon vor 25 Jahren war die Sanierung der Klosterkirche in Spieskappel Thema im Kirchenvorstand: Passiert ist an dem Bau von 1145 bislang nichts. Dabei ist eine Sanierung mehr als nötig.

Schadhafte Stellen, wohin das Auge blickt, lassen bei näherer Betrachtung daran nicht den geringsten Zweifel. Um das ehrgeizige Projekt voran zu bringen, hat sich der Förderverein Romanisches Kloster Spieskappel gegründet, aktuell engagieren sich 50 Mitglieder.

„Wir waren noch nie so dicht an einer Sanierung wie jetzt“, freut sich auch Pfarrer Marco Firnges. Denn im Frühjahr soll es nun endlich im Bereich der Nordfassade los gehen. Als symbolischen Startschuss plant der Förderverein für die kommende Woche eine Aktion, die Geld in die Kasse des Vereins spülen soll. Unter dem Motto „Alter Schrott macht Kirche flott“ rufen die Mitglieder zu einer Schrott-Sammelaktion auf. Der Erlös soll in die Kirchensanierung fließen. In wenigen Wochen sollen die Arbeiten oberhalb der Fassade beginnen: Hierbei sollen die Dachanschlüsse wieder fachgerecht hergestellt werden, ein Schutz des geschädigten weichen Tuffsteins erfolgen und ein zugemauertes Fenster wieder geöffnet werden - veranschlagt ist dieser Bauabschnitt mit etwa 203.000 Euro.

Die Idee, Schrott zu sammeln, hatte Pfarrer Firnges, der über eine ähnliche Aktion im Osthessischen gelesen hatte. Die Kosten einer gesamten Sanierung ließen sich nur schwer beziffern, erklärt der Pfarrer: Schätzungen zufolge lägen sie bei etwa zwei Millionen Euro. Der Förderverein müsste davon zehn Prozent erwirtschaften. „Davon sind wir meilenweit entfernt“, sagen die Mitglieder. Doch die Summe mache ihnen nicht Bange: Unermüdlich organisieren die Spieskappeler Bücherbasare, Benefizkonzerte, Lesungen und Spendenaktionen. Besonders willkommen seien bei der Sammlung Kupfer und Messing, beide Metallsorten erzielten hohe Preise, erklärt Ehrhard Rohde. Man nehme aber auch Silber oder Gold, scherzen die Mitglieder.

Der erste Akt der Sanierung werde sich dem so genannten Obergaden widmen, erklärt Firnges. Das sei der Teil oberhalb des Seitenanbau, an dem irgendwann auch eines der sieben Fenster zugemauert wurde. Eine dringende Sanierung sei auch dem porösen und sehr witterungsanfälligen Tuffstein empfohlen. Er benötige dringend einen Schutzanstrich, genannt Schlämme. „Die Klosterkirche wurde aus demselben Material wie der Kasseler Herkules gebaut“, erläutert Rohde. Die Nordfassade kündet davon, dass bereits immer wieder Probebohrungen statt fanden. Hier sind jede Menge runde Bohrlöcher zu sehen, zum Teil bereits erste Probeanstriche und Vorschläge zur Renovierung der äußeren Hülle.

Irgendwann einmal, wenn nach und nach Geld bewilligt werden würde, wäre zudem der Innenraum der imposanten Kirche instand zu setzen. Wann das sein wird, darüber lassen sich nur schwerlich Prognosen abgeben. „Wir sind froh über jeden kleinen Schritt und das es jetzt endlich los geht“, sagen die Förderer.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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