Nadine Krug will in einiger Zeit den Hof ihrer Eltern in Mardorf übernehmen

Saustall statt Schwimmbad

Bei der Arbeit: Nadine Krug scheut sich nicht vor der Arbeit in der Landwirtschaft. Foto: Yüce

Mardorf. Sie arbeitet hart und steht auf dem Acker und im Stall selbstbewusst ihren Mann. Es sind moderne, selbstbewusste Frauen, die sich zutrauen, die Verantwortung für den elterlichen Hof zu übernehmen oder einen eigenen Betrieb zu gründen.

Eine von ihnen ist Nadine Krug aus Mardorf. Die 22-Jährige ist nach ihrem Studium der Agrarwirtschaft auf den elterlichen Betrieb zurückgekehrt und will diesen in den nächsten Jahren übernehmen.

„Schon als Kind habe ich lieber mit Siko-Geräten als mit Puppen gespielt“, sagt sie. Auch an Sommerurlauben liege ihr nichts. „Ich fahre lieber Ski, und das passt besser zur Landwirtschaft.“ Spätestens nach dem Abitur war für sie klar, dass sie in der Landwirtschaft Fuß fassen will. „Es ist schön, einen eigenen Betrieb zu haben, weil man dort auch Familie gut integrieren kann.“ Familie will sie später haben. „Meine Eltern haben uns das so vorgelebt, und das möchte ich so weiterleben.“

Wer glaubt, dass sie als Frau in ihrem Studiengang eine Ausnahme war, irrt. „Ein Drittel waren Frauen, und es werden immer mehr“, sagt sie. Einen Grund dafür sieht sie im ständig wachsenden Einsatz von technischen Hilfsmitteln in der Landwirtschaft. „Die Arbeit ist nicht mehr so schwer, und die Aussichten, einen Job zu finden sind gut.“

Man muss dafür leben

Das ändere aber nichts daran, dass man für die Landwirtschaft leben und motiviert sein muss. „Wenn eine dicke Sau mal nicht so will wie sich, dann schiebt sie mich weg“, sagt die zierliche junge Frau mit den braunen langen Haaren und dem gewinnenden Lächeln. Doch auch für dieses Problem findet sie eine Lösung. Arbeitsteilung zum Beispiel. „Man muss nicht alles alleine machen“, sagt sie und blickt zu ihrem Vater. „Wir arbeiten gemeinsam.“

Um 6.30 Uhr beginnt der Arbeitstag für Nadine Krug und ihre Eltern auf dem Hof. Sauen und Ferkel müssen versorgt und die Felder bewirtschaftet werden. Viel zu tun also.

„Es ist praktisch, wenn man in einem Betrieb aufgewachsen ist, dann weiß man, wie es läuft“, sagt sie. Schwieriger sei es, wenn jemand vorher so gar nichts mit der Landwirtschaft zu tun hatte. „Dann fehlt manchmal das Verständnis, und die Praxis kommt im Studium zu kurz“, sagt sie.

„Man muss robust und darf nicht zimperlich sein und wissen, dass man nicht um fünf mit der Arbeit fertig ist“, ergänzt ihr Vater Ulrich Krug. Für Nadine sei das alles keine Überraschung gewesen. „Sie weiß, dass man manchmal auch im Mist steht.“ Deshalb haben ihre Eltern ihr auch nicht abgeraten. „Wir haben ihr aber auch deutlich die negativen Seiten aufgezeigt. Auch, dass sich die Arbeit nicht immer rechne. Und: Während andere im Sommer im Schwimmbad liegen, sind wir auf dem Feld“, sagt Mutter Ingrid Krug. „Das ist eine Frage der Ideale“, antwortet die 22-Jährige. Sie will Dienstleisterin für die Verbraucher sein und sie hofft, dass diese die Qualität der heimischen Produktion mehr schätzen.

Darüber nachgedacht, dass die große Liebe eines Tages an der Landwirtschaft scheitern könnte, haben ihre Eltern mehr, als ihre attraktive Tochter. Für sie steht fest, dass nur ein Mann für sie als Partner infrage kommt, der auch in der Landwirtschaft seinen Mann steht.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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