Crawford und Moser mit tollem Konzert

Saxophon küsst Orgel: ein Genuss

Beeindruckende Liaison von Saxophon und Orgel: Jackson C. Crawford (links) und Stefan Moser. Foto: Hoffmann

Wolfhagen. Zwei Kerzen flackern auf dem Altar, gut anderthalb Stunden lang. Das ist es, mehr gibt es am Sonntag in der Stadtkirche nicht zu sehen. Langweilig? Keinesfalls! Saxophonist Jackson C. Crawford steht auf der Empore bei seinem Organisten Stefan Moser. So können sich die 50 Besucher einlassen auf die Klänge des Konzertes.

In der Tat, Saxophon und Kirchenorgel in Kombination, das gibt es nicht alle Tage zu hören. Schon Felix Borowskis „Adoration“ umschmeichelt zum Auftakt die Ohren – ein Genuss für Träumer. Man ist geneigt, die Augen zu schließen, um noch tiefer einzutauchen in das Meer aus Klängen. Sachte und doch packend, mal leise, dann wieder laut. Die Künstler dabei nicht sehen zu können, hat etwas Magisches. Der Zugang zur Musik, ohne jegliche Form der Ablenkung, fällt so noch leichter.

Der Liaison von Saxophon und Orgel wohnt ein besonderer Zauber inne, ob bei Gustav Mahlers „Adagietto“ oder Stephen Adams „The Holy City“. Harmonisch das Zusammenspiel, charmant, wie sich Stefan Moser bei den gemeinsam gespielten Stücken mit der Orgel sachte im Hintergrund bewegt und Crawfords Saxophonspiel einen sanften Klangteppich ausrollt.

Doch auch Moser hat seine großen Momente, wenn er etwa solo Mozarts Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“ zelebriert, in Mendelsohns „Sommernachtstraum“ entführt oder Robert Elmores „Pavanne und Rhumba“ gibt. Spätestens jetzt ist klar, dass er ein Meister seines Faches ist. Er entlockt der Orgel Töne, die so in der Stadtkirche nur selten zu hören sind. Beeindruckend.

Und doch ist es immer wieder das Saxophon, das berührt. Bei Crawfords Solo-Darbietung, Thema und Variationen über „Ah, vous dirai-je Maman“, kommt die Vielfalt der Klangfarben zur Geltung. Hierbei zeigt sich der Amerikaner, der weltweit in großen Orchestern spielt, auch kurz unten im Chorraum der Stadtkirche. Einer von vielen Höhepunkten beim Konzert zweier Musiker, die kein Problem haben, im Hintergrund zu stehen und lieber ihrer Musik den Vorrang lassen. (zhf)

Quelle: HNA

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