Saxophonist Musa Malikov besuchte Wiera

+
Der aus einer russischen Musikerfamilie stammende Musa Malikov kam 2002 zum Studium nach Frankfurt.

Schwalmstadt. Wenn Musa Malikov nach Wiera kommt, dann ist es für den 30-Jährigen wie nach Hause zu kommen: So beschreibt er die Freundschaft zu Horst Rininsland vom Zupforchester Schwalmstadt.

Der Wieraer kennt den jungen Russen seit 1998. Damals kam der Vater – ein bekannter Opernsänger aus Kazan – mit dem Orchester in die Schwalm. Schon früh hatte sich Musa in den Kopf gesetzt, einmal in Deutschland Musik zu studieren. Mit Erfolg: Denn die Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Frankfurt bestand er mit Bravour – „obwohl er ein Saxophon hatte, das so alt war, das es fast auseinander fiel“, erzählt Rininsland. Mittlerweile ist Musa Malikov ein Profi am Saxophon. Jetzt besuchte er einmal wieder die Schwalm.

Schon mit sechs bekam Malikov Violine-, Klavier- und Saxophonunterricht. Kein Wunder – seine Mutter ist Dozentin an der Kazaner Musikhochschule. Sein Studium setzte er an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fort. Vor zwei Jahren machte Malikov seinen Abschluss. Aktuell studiert er im Hauptfach Musik, Fachausrichtung Instrumentalpädagogik.

In Deutschland lagen dem einstigen russischen Kinderstar jedoch zunächst einige Steine im Weg. Sprach er doch kein Deutsch. „Anfangs kam er alle 14 Tage, um Deutsch zu lernen“, erinnert sich Rininsland. „Und natürlich auch ein bisschen Schwälmer Platt.“ Und der Musiker fügt noch hinzu: „Den Schwälmer Tanz kann ich selbstverständlich spielen – ohne Noten.“ Die Entscheidung, in Deutschland studieren zu wollen, begründet der 30-Jährige so: „Hier gibt es eine Blasmusik-Kultur, die es in Russland nicht gibt.“

Ein Stipendium von der Russischen Förderation ermöglichte ihm den Start. „In seiner Heimat wird Musa auf der Straße erkannt. Jeder kennt die Malikovs“, erzählt Rininsland. Die Familie unterhielt schon Putin bei seinen Teestunden.

Als Horst Rininsland und Brigitte Michelbach die Stadt besuchten, wurden sie kurzerhand „durch alle Fernsehstudios inklusive des Frühstücksfernsehens geschleppt“. Gemeinsam nahmen sie mit der Familie eine CD auf.

Heute arbeitet der Musiker mit Kollegen an verschiedenen Musikprojekten, ist Dozent an einer Musikschule und leitet mehrere Orchester. In die Schwalm kommt er immer wieder gern: „Denn das ist, wie nach Hause kommen.“ (zsr)

Quelle: HNA

Kommentare