Die Strategiespielfreunde Bad Emstal tauchen am Wochenende in Fantasiewelten ab

Wie Schach, nur viel bunter

Die Bad Emstaler Strategiespielfreunde vor der „Warhammer 40 000“-Kulisse: Martin Helbig, Sebastian Brabsche, Marci Dietz, Isabel Schröder, Torben Dreyer und Detlef Sanders (von links). Foto: Laumann

bad emstal. Bis in die andere Welt sind es wenige Stufen. Wer in der Bad Emstaler Finkenburg die Treppe vom Pferdestall hoch auf den Boden geht, begibt sich auf eine Zeitreise. Vom Jahr 2011 geht es in in das Jahr 40 000.

Ruinen, Roboter und graue Figuren stehen für den Laien planlos auf dem großen Tisch. Für die Experten von den Strategiespielfreunden Bad Emstal nicht. Es geht um „Warhammer 40  000“. Ein Spiel, in dem die Menschheit gegen den Rest des Universums kämpft.

Was finster klingt, ist es nicht. „Wir spielen hier nicht gegen-, sondern miteinander. Das ist ganz wichtig“, betont Torben Dreyer.

Nicht einfach drauf los

Und einfach drauf los geht es bei den Strategiespielfreunden auch nicht. Die Spiele verlangen Köpfchen. „Man muss sich in das Regelwerk reinfuchsen“, erklärt Sebastian Brabsche. Hinter fast jedem Spiel steht eine komplexe Geschichte. „Strategiespiele sind wie Schach. Nur bunter“, sagt daher Dreyer.

Warhammer ist eines von mehreren Strategiespielen der Gruppe. Es gibt auch eine Tabletop-Version (so heißen die Strategiespiele, die mit Figuren auf Tischen gespielt werden) von „Herr der Ringe.“

Alle sechs Wochen treffen sich die Spielfreunde. Seit drei Jahren als Club. Es ist die Faszination für Science-Fiction, Fantasy und Historie, die sie antreibt.

Sammelleidenschaft

Auch wichtig: Eine ausgeprägte Sammelleidenschaft. „Man braucht immer irgendwas“, sagt Detlef Sanders. Und ergänzt: „Wahrscheinlich kauft jeder mehr Figuren, als er im Leben bemalen kann.“

Denn auch das gehört dazu. Vor dem Spiel steht das Basteln. Über das Internet, im Handel oder auf Messen holen sich die Spieler die Figuren - als kleinteiligen Bausatz. Sie zusammenzufügen ist bisweilen ganz schön friemelig. Mit dem Pinsel tragen die Spielfreunde Farbe auf. Eine Fleißarbeit, die Wochenenden füllt. Aber eine, die sein muss, sagen sie. „Das Auge spielt schließlich mit“, erklärt Martin Helbig.

Wie gut man baut, bemalt und spielt, hänge von der Erfahrung ab. Die Älteren helfen den Jüngeren. Von 13 bis 50 ist alles dabei. Der Schnitt liegt bei 30 Jahren. Zusammen arbeiten sie an Figuren, entwickeln neue Regelvarianten.

„Es ist alles sehr kommunikativ. Anders als bei Computerspielen“, sagt Torben Dreyer. Und noch einen Vorteil sieht er gegenüber der PC-Variante: „Wir brauchen keinen Strom.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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