Bei den Bad Zwestener Open brüteten im Kurhaus 45 Schachspieler über den Brettern

Bad Zwestener Open: Schachmatt in 22 Zügen

Gewonnen: Maximilian Söder aus Hann. Münden.

Bad Zwesten. Norbert Niemeyer schüttelt den Kopf: „Was war denn das für ein Zug?“ Beim Schachturnier in Bad Zwesten analysiert er die 22 Züge, mit denen sein Schützling, Maximilian Söder, seinen Gegner in der 6. Runde matt gesetzt hat.

Der 14-Jährige aus Hann. Münden ist einer von 45 Schachspielern, die sich beim Turnier im Kurhaus dem königlichen Spiel widmen. Seit zwei Jahren zieht Maximilian Söder im Schachclub Hann. Münden die Figuren über das Brett. In zwei bis drei Jahren „hat er mich überflügelt“, sagt sein Trainer Niemeyer. Überhaupt hat es in den vergangenen Jahren einen Wandel bei den Turnieren gegeben. „Früher war Schach ein Altherrenspiel, bei dem auch mal Zigarren dampften. Heute ist die Besetzung nahezu ausgeglichen“, sagt Niemeyer und widmet sich wieder der Analyse von Söders Spiel.

Zwestener Open im Kurhaus

Während Niemeyer und Söder die Partie analysieren, wacht Hauptschiedsrichter Jürgen Kehr im Saal darüber, dass die Spielregeln nicht verletzt werden. „Ja, ja“, sagt er, „es wird auch schon mal foul gespielt.“ Das komme vor allem dann vor, wenn sich die Bedenkzeit zum Ende neigt. Da gehe er schon mal durch die Reihen, um darauf zu achten, dass alles regelgerecht abläuft. Ansonsten „sind Schachspieler eher fair“, so dass er bei den Zwestener Open nicht allzu viel zu tun hat.

Dennoch: Mit wachsamen Augen und offenen Ohren müsse der Schiedsrichter schon dabei sein. Denn auch bei Turnieren in Bad Zwesten gilt die Regel: berührt – geführt. Dass ein Spieler eine Figur anfasst und für den Zug eine andere wählt, geschehe meist, wenn der Gegner nicht am Tisch sitzt. „Wenn man das nicht sieht, kann man nicht eingreifen“, sagt der Schiedsrichter mit einem Augenzwinkern.

Kein Pardon kennt Turnierleiter Kehr allerdings bei Handys. „Wenn das Telefon eines Spieles klingelt, hat er die Partie verloren.“ Im Bad Zwestener Kurhaus klingelte kein Handy. Ganz im Gegenteil. Mucksmäuschenstill war es, und einige Spieler liefen gar nur in Socken herum.

Quelle: HNA

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