Nachruf: Trotz schwerer Kriegsbeschädigung errang er landesweiten Ruf

Landesschäfermeister Heinrich Lesch ist gestorben

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Ein Leben mit den Tieren: Landesschäfermeister Heinrich Lesch auf einem undatierten Foto. Er züchtete auch Gebrauchshunde.

Frielendorf-Allendorf. Landesschäfermeister Heinrich Lesch ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Der hochgradig kriegsversehrte Allendorfer hatte sich über Jahrzehnte in seinem Berufsstand große Verdienste erworben, besonders in der Ausbildung junger Schäfer und Schafhalter. Auszeichnungen säumten seinen Lebensweg.

Bis 1980 arbeitete er bei Landwirtschaftsmeister Dieter Hahn in Frielendorf-Allendorf, wo er die Schwarzkopf-Stammherde betreute und höchste züchterische Auszeichnungen des Landes erhielt. Auch nachdem er aufgrund seiner Kriegsverletzung – sein Körper war mit über 200 Granatensplittern übersät – mit 56 Jahren in den Ruhestand gehen musste, behielt er seine ehrenamtliche Tätigkeit als Landeslehrschäfermeister.

Herausragendes leistete Heinrich Lesch auch als Ausbilder und Züchter von Herdengebrauchshunden und in der Arbeit der Satzungen für das Hütewesen. Mehrmals wurde er selbst Bundessieger im Leistungshüten. In Hessen, wo er mehrfach Landessieger war, war er Preisrichter im Landesleistungshüten. Weitere Preise wurden ihm verliehen, stets brachte er sich ehrenamtlich ein.

1956 war er Lehrschäfermeister für das Gebiet der Land- und Forstwirtschaftskammer Kurhessen geworden, 1970 Hessischer Landeslehrschäfermeister. „Er ist der sprichwörtlich ruhige und ausgeglichene Schäfer, der sein reiches Wissen gut an junge Menschen weitergeben kann“, wurde er in einer Laudatio gerühmt.

Geboren war Lesch am 15. September 1924 in Wernswig, wo er die Schule besuchte. Seine Schäferlehre absolvierte er 1939 bis 1942 in Merxhausen und Kassel-Bettenhausen. Danach wurde er eingezogen. Nach dem Krieg wurde er Schäfergehilfe bei Heinrich Seibel, Hofgut Rote Mühle, in Niederbeisheim, 1952 legte er die Prüfung zum Schäfermeister ab.

Im Mai 1951 war er nach Allendorf gewechselt, wo er zunächst die Genossenschaftsherde betreute, 1964 übernahm er die Hahn’sche Schwarzkopfstammherde.

Mit seiner Frau Anna-Lina (Hanna) hatte er zwei Töchter und einen Sohn und war Großvater von drei Enkeln und mehreren Urenkeln. Am 21. September ist er gestorben. (aqu)

Quelle: HNA

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