Halter angezeigt

Schäferhund griff mehrfach Menschen an - Halter angezeigt

Neuenbrunslar. Ein angriffslustiger Schäferhund sorgt in Neuenbrunslar derzeit für Ärger. Das Tier, das auf einem Hof in der Fritzlarer Straße gehalten wird, soll mehrfach Menschen angefallen und gebissen haben. Das bestätigte Reinhard Giesa von der Kripo Homberg auf HNA-Anfrage.

Gegen den Hundehalter liegen zwei Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung vor. Zuletzt war am Donnerstag vergangener Woche ein 41-jähriger Mann von dem Hund gebissen worden. Nach Angaben von Giesa stand der 41-Jährige dicht am Zaun des Hofgeländes. Der Hund habe ihn durch den Zaun hindurch in den Arm gebissen.

Problem besteht seit 2011

Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits Ende November vergangenen Jahres gegeben, berichtet Giesa: Damals war der Hund über den Zaun gesprungen und hatte eine 72-jährige Passantin mehrfach in den Arm gebissen. „In solchen Fällen informieren wir das Ordnungsamt, das dann Auflagen gegen den Hundehalter verhängt“, erklärte Giesa.

Nach Angaben von Neuenbrunslars Ortsvorsteher Sascha Tümmler habe der Hund schon öfter zugebissen. Allerdings hätten nicht alle Betroffenen Anzeige erstattet, wohl auch aus Rücksichtnahme auf den Besitzer des Hundes, wie Tümmler vermutet. Der Ortsbeirat habe mehrfach das Gespräch mit dem Hundehalter gesucht, sagte Tümmler – ohne Erfolg.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz bestätigte, dass das Ordnungsamt bereits im Mai 2011 angeordnet habe, dass der Halter die Bevölkerung vor seinem Hund schützen müsse. Der Halter habe dies aber offenbar nicht umgesetzt.

Wesensprüfung angeordnet

Nach dem jüngsten Vorfall habe das Ordnungsamt folgendes angeordnet: Der Hund muss, wenn er das Grundstück verlässt, von einer volljährigen Person an einer maximal zwei Meter langen Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Auch auf dem Grundstück muss der Hund mit einer Laufleine angeleint werden. Der Halter muss ein Warnschild anbringen, das auf den gefährlichen Hund hinweist. Zudem muss der Hund bis zum 5. April einer Wesensprüfung unterzogen werden.

Der Besitzer muss diese Auflagen sofort umsetzen, ein Widerspruch ist nicht möglich. Sollte der Halter dem nicht nachkommen, kann ein Zwangsgeld von 1000 Euro verhängt werden.

Ein Anwohner hat jetzt das Veterinäramt in Homberg über den Fall informiert. Er wirft dem Besitzer des Hundes vor, seine Tiere unter miserablen Bedingungen zu halten. „Wir gehen dem natürlich nach“, sagte Dr. Dirk Kusan vom Veterinäramt auf Anfrage. Wenn es entsprechende Hinweise gebe, müsse das Veterinäramt die Tierhaltung auf dem Hof überprüfen. (jul)

Quelle: HNA

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