Nach über 35 Jahren wird die Remsfelder Martinsklause im Hessenpark aufgebaut

Schänke wird wiederbelebt

So könnte sie nach dem Wiederaufbau aussehen: Die Remsfelder Martinsklause soll nach über 35 Jahren aufgebaut werden. Grafik: Hessenpark/nh

Remsfeld/Neu-Anspach. „Bald wird ein Stück von Remsfeld in Südhessen stehen“, sagt Jürgen Jurgilewitsch vom Remsfelder Heimat- und Verkehrsverein. Denn in diesem Jahr – genauer gesagt im März – soll der Grundstein für den Wiederaufbau der Martinsklause gelegt werden. „Endlich geht es los“, sagt Jurgilewitsch und spielt damit auf die langen Jahre an, in denen das ehemalige Gasthaus im Freilichtmuseum Hessenpark auf Halde lag.

1975/1976 wurde das Gebäude in Remsfeld abgetragen. Seitdem liegt es im Hessenpark. Nun soll die Kneipe aufgebaut werden. Und in zwei Jahren soll dann das Bier so fließen, wie es in Remsfeld damals üblich war. Dabei werde man vermutlich sogar auf Stühlen sitzen, wie sie einst in der Gastwirtschaft standen. „In Remsfeld gab es eine Stuhlfabrik, von der auch die Kneipenstühle kamen. Vielleicht bekommen wir noch ein paar Originale zusammen“, hofft Jurgilewitsch.

„Wir waren in den vergangenen Jahren sehr aktiv“, erklärt Jurgilewitsch. Gemeinsam mit Dr. Ralf Nitschke vom Freilichtmuseum Hessenpark habe man Einrichtungsgegenstände von einst gesammelt und auch Bilder von damals zusammengetragen. „Darauf zu sehen sind Feiern und Feste in dem Gasthaus“, sagt Jurgilewitsch. Anhand derer habe man versucht, die Ausstattung der Kneipe zu rekonstruieren.

„Das freut uns schon sehr.“

Jürgen Jurgilewitsch

„Es soll so aussehen, wie es tatsächlich einmal war“, weiß Jurgilewitsch. Deshalb sei alles, was mit Remsfeld und dem Gasthaus zusammenhänge, interessant. „Damit alles so originalgetreu wie möglich ausgestattet werden kann.“

So wurden schon alte Postkarten, ein Wanderführer und eine Katechismus-Ausgabe eines Remsfelder Predigers von 1745 zusammengetragen. Man wisse auch von einem Streit mit dem Pfarrer zu berichten, der sich gegen eine Tanzveranstaltung aussprach.

„Im Obergeschoss des Hauses soll eine Remsfelder Heimatstube entstehen“, erklärt Jurgilewitsch. Dafür stehen die ehemalige Wohnung der Wirtsleute, das Schlafzimmer der Eltern, das Kinderzimmer und eines der zwei Fremdenzimmer zur Verfügung. „Eine Remsfelder Heimatstube im Hessenpark, das freut uns schon sehr“, sagt Jurgilewitsch und spricht zugleich davon, dass in Remsfeld das Interesse an der Geschichte der Martinsklause groß sei.

Das Wohnhaus wurde nach Recherchen der Hessenpark-Historiker zwischen 1725 und 1734 gebaut. „Bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Gaststätte von der Familie Martin betrieben, danach wurde sie verpachtet“, sagt Jurgilewitsch.

In Remsfeld erinnert heute kaum etwas an das ehemalige Gasthaus. Da, wo es stand, ist der Dorfplatz. „Dort finden Veranstaltungen statt und man trifft sich“, betont Jurgilewitsch. Ein Treffpunkt war früher an der Stelle die Martinsklause. weitere Artikel

• Am Mittwoch, 11. Juli, findet im Hessenpark eine öffentliche Sanierungsführung durch die Martinsklause aus Remsfeld statt (17 Uhr).

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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