720 Schafe beim Heidefest

Hirte aus der Nähe: Die Schafe weckten schnell das Interesse der Besucher, hinten von links Stefanie Holl mit Töchterchen Matilda, Clara Holl und Schäfer Frank Plötzer, vorne von links Luka Kellner, Philine Holl, Paula Rauschenberg, Mira Kellner und Carolin Rock. Fotos:  Natalie Schmidt

Vockerode-Dinkelberg. 200 Besucher feierten trotz Dauerregen im Naturschutzgebiet Vockeröder Heide.

Schlechtes Wetter - das gab es für den Vockeröder Heideverein in der achtjährigen Geschichte des Heidefestes in diesem Jahr zum ersten Mal. Doch die Besucher waren hartgesotten: Trotz dauerhaftem Regen folgten etwa 200 Gäste der Einladung und nutzten sogar die Führung durch das Flora- und Fauna-Habitat bei Vockerode-Dinkelberg. Nur einmal im Jahr darf die unter Naturschutz stehende Heidefläche besichtigt werden. Und so zogen etwa 25 Besucher mit Regenjacken und Schirmen bewaffnet mit Förster Achim Röse los.

Der Förster zeigte ihnen die Besonderheiten des Habitats: die nebeneinander existierende Heidefläche am Berghang und die darunter liegende Vorstufe des Niedermoors. „Heide benötigt trockenen, sandigen Boden. Daher sammelt sich das Grundwasser am Fuß des Hangs und bildet dort einen wasserreichen Boden, ähnlich einem Moor“, erklärte Achim Röse.

Um die Heidefläche auch weiterhin so zu erhalten, hatte das Heidefest dieses Jahr noch weitere kleine Helfer: 720 Schafe von Hubertus Dissen und Frank Plötzer, die durch die Abgrasung die Fläche bewirtschaften. „Dass es für die Nachtwache der Schafe andere Hunde gibt als die Hütehunde am Tag, war mir vollkommen neu“, sagte Gero Geyder aus Spangenberg.

Andere Hunde für die Nacht

„Die Hunde der Nachtwache sind darauf trainiert, alle unbekannten Lebewesen anzugreifen, die sich der Herde nähern“, erklärte Dissen. Daher dürfe man keine anderen Hunde in die Nähe einer bewachten Herde lassen. Dies sei ein Problem, durch das die Bewirtschaftung mit Herdentieren immer mehr abnehme. Ein weiteres Problem sei die Wiedereingliederung von Wölfen und Luchsen in die heimischen Regionen, da diese die Schafherden schnell verkleinern würden.

Doch während des Festes blieb dank der Hütehunde Ed und Sepp alles ruhig. „Seit der Heideverein die Pflege der Heidefläche übernommen hat, strahlt sie mehr als je zuvor“, sagte Sabine Riemenschneider. Ihr ganzes Leben hat sie in Vockerode-Dinkelberg verbracht und als Kind dort oft Wacholderbeeren gesammelt. Doch so schön habe die Heide damals nicht geblüht.

Von Natalie Schmidt

Quelle: HNA

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