Erfolgsbilanz der Fachklinik Böddiger Berg - Kreditgenossenschaft spendet 2000 Euro

150 schafften Schulabschluss

Dank für Spende: Angela Waldschmidt (rechts) und Ralf Bartholmai, Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen ( links) freuten sich über 2000 Euro der Evangelischen Kreditgenossenschaft, überreicht von Dr. Franziska Seidl und Joachim Beumler (Mitte). Foto: Schaake

Böddiger. Ein hessenweit einmaliges Projekt hat sich zur Erfolgsgeschichte entwickelt: 150 junge Menschen haben in den vergangenen zwölf Jahren in der Fachklinik/Stationäre Jugendhilfe Böddiger Berg den externen Haupt- und Realschulabschluss geschafft. Diese Bilanz haben die Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen (DN), Angela Waldschmidt und Ralf Bartholmai, in einem Gespräch mit unserer Zeitung gezogen.

Seit dem Jahr 2000 gebe es die Bildungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene, Migranten und alleinerziehende Mütter. In dieser Form sei das Angebot bisher einmalig in Hessen.

Mit 2000 Euro unterstützt die Evangelische Kreditgenossenschaft (EKK) die Arbeit der Fachklinik. Die Spende überreichten kürzlich Dr. Franziska Seidl, Leiterin der Vorstandsstabes, und Regionaldirektor Joachim Beumler.

Vor 22 Jahren hatte die DN das Gelände des einst von der Familie Angersbach betriebenen Weinbergs übernommen. Bisher wurden etwa 3000 Patienten behandelt. Dies hat laut Waldschmidt und Bartholmai zu etwa 450 000 drogenfreien Tagen geführt.

Besondere Verantwortung

Als Kirchenbank stehe die EKK in besonderer Verantwortung, sozial-ethische Einrichtungen und Projekte zu fördern, sagte Vorstandssprecher Thomas Katzenmayer: „Mit unserer Spende wollen wir die wertvolle Arbeit der Drogenhilfe Nordhessen unterstützen, die durch ihr tägliches Engagement dazu beiträgt, nachhaltige Werte zu schaffen.“

Geld für Bücher

„Das Geld wird in die Bildung junger Menschen investiert“, betonte Dr. Franziska Seidl, Leiterin des EKK-Vorstandstabes. So sollen beispielsweise neue Bücher angeschafft werden. Während eines Mitarbeiterfestes hatten Auszubildende der EKK eine Tombola organisiert. Der durch den Losverkauf erzielte Erlös war vom Vorstand auf 2000 Euro aufgestockt worden. „Bei den zurück gehenden Spenden ein erfreulich hoher Betrag“, freute sich die Geschäftsführung der Drogenhilfe: „Wir sind immer wieder auf Spenden angewiesen.“

Mit der Konzeption - von der DN entwickelt und durch das Land gefördert - werde jungen Erwachsenen, Migranten, Schwangeren und Müttern mit Kindern während der stationären Behandlung ihrer Suchterkrankung das Nachholen eines qualifizierten Schulabschlusses ermöglicht.

Viele Ziele

Ziele seien unter anderem,

• Lernfähigkeit und Leistungsbereitschaft (wieder) herzustellen,

• schulische Defizite aufzuarbeiten und zu beheben,

• Fach-, Methoden- und Selbstkompetenzen zu vermitteln,

• den Schulalltag zu strukturieren und Ausdauer, Regelmäßigkeit, aber auch Werte wie Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß zu vermitteln

Wichtig sei für die Menschen zu erfahren, „ich kann was leisten“, sagte Angela Waldschmidt. Es gebe zum Teil hervorragende Noten, gute bis sehr gute Abschlüsse.

Seit dem Start vor 22 Jahren seien in der Fachklinik Böddiger Berg 52 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstanden, zog die Drogenhilfe Nordhessen jetzt Bilanz.

Die Fachklinik und stationäre Jugendhilfe hat 54 Plätze. Geholfen wurde bisher etwa 3000 Menschen zwischen 16 und 25 Jahren. „Wir sind in der Region sehr gut aufgenommen worden, haben gute Kontakte zu Vereinen und zur Feuerwehr“, freut sich Geschäftsführer Ralf Bartholmai, der auch die Bedeutung der Einrichtung als Wirtschaftsfaktor unterstreicht. In Zahlen:

• Leistungen im Wert von rund 50 Millionen Euro wurden in den 22 Jahren erwirtschaftet, davon sind 35 Millionen Euro Personalkosten.

• Hinzu kommen etwa 15 Millionen Euro Sachkosten: Investitionen, Steuern, Abgaben, Einkauf.

• Investitionen in den Bau: 3,5 Millionen Euro.

• Ausbildungsplätze: Bis zu 16 mit etwa 80 qualifizierten Berufsabschlüssen als Schreiner und Biogärtner.

• Weitere Einrichtungen und Projekte: Betreute Wohngemeinschaften in Guxhagen und Rotenburg, Familienhilfe Sucht. (m.s.)

www.drogenhilfe.com

Quelle: HNA

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