Robert-Weinstein-Platz und der Parkplatz Burgblick

Schandflecken in Felsberg sollen verschwinden

Felsberg. Es sind zwei Schandflecken in der Felsberger Altstadt: der Robert-Weinstein-Platz und der Parkplatz Burgblick. Beide Flächen sollen neu gestaltet werden, dafür hat die Stadt zusammen mit Felsbergern in einem Workshop Entwürfe erarbeitet.

Diese sind jetzt dem Ortsbeirat vorgestellt worden. Es gab Lob, aber auch kritische Anmerkungen.

Der Weinstein-Platz - früher Salzmanns Ecke genannt - biete kein besonders ansprechendes Bild, sagte Diplom-Ingenieur Heinrich Kern vom Bau- und Umweltamt der Stadt Felsberg zum jetzigen Zustand. Der war immer wieder kritisiert worden. Das trostlose Erscheinungsbild sorgt insbesondere für Ärger, da der Platz an das Pogrom-Opfer Robert Weinstein erinnern soll.

Bei der Planung habe man die Anwohner mit einbezogen und ein tolles Ergebnis erreicht, sagte Heinrich Kern. Bestandteil des Entwurfs des Büros akp sei, die Parkplätze zu erhalten. Zwei weitere Parkplätze sollen auf einer Fläche entstehen, die man ankaufen will. Auch für Motorräder soll es einen Stellplatz geben. Der ungepflegte Bodendecker soll durch Rasen ersetzt werden, zur Untergasse hin wird eine niedrige Hecke gepflanzt.

Die Diplom-Designerin Jennifer Paul hatte bereits im Vorjahr einen Vorschlag für die Platzgestaltung gemacht. Teil des nun vorgelegten neuen Entwurfs ist eine von Paul vorgeschlagene Stele - ein Denkmal zur Erinnerung an Robert Weinstein. Während sie ein Gesamtkonzept vorgelegt habe, sei der jetzige Vorentwurf kein einheitliches Konzept, sagte Paul gegenüber der HNA.

Als „kleine Attraktion” kündigte Heinrich Kern für den Weinstein-Platz einen Bücherschrank an. Diesem regensicheren Schrank kann man Bücher zum Lesen an Ort und Stelle entnehmen. Jennifer Paul und Ortsbeiratsmitglieder halten den Weinstein-Platz dafür allerdings für ungeeignet. Ein solcher Bücherschrank passe besser zum Marktplatz oder zum oberen Teil des Platzes Burgblick. Der soll im oberen Bereich zum Aufenthalt einladen. Der untere Teil soll Parkplatz werden. Die Bushaltestelle solle dort verschwinden, erläuterte Kern.

Das Burgblick-Projekt ist laut Kern mit 175.000 Euro veranschlagt und zur Förderung angemeldet. Dafür gebe es aber noch keine Finanzierungszusage. Für die Neugestaltung des Weinstein-Platzes habe man im Zuge des Stadtumbau-Förderprogramms 100.000 Euro angemeldet. Dazu erhoffe man sich einen Zuschuss in Höhe von bis zu 63.000 Euro. Es gebe aber noch keine Bewilligungs-Zusage. Auf die hoffe man im Oktober.

Während der Diskussion im Ortsbeirat wurde vorgeschlagen, die vorgesehenen Pflasterflächen zu reduzieren. „Grün ist schöner”, wurde argumentiert. Acht Bäume seien zu viel, hieß es weiter: „Vier reichen auch.” Die große Linde in der Mitte bleibt stehen. Eine Sitzecke soll zum Verweilen einladen.

Auch wurde vorgeschlagen, entgegen der Entwurfsplanung die alten Maße der Straßen und Parkplätzte zu belassen. „Wenn man nicht alles aufreißt, was gut ist, spart man viel Geld”, lautete der Tenor. (m.s.)

Quelle: HNA

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