Durch die Attraktivität der Stadt Fritzlar steigt auch die Verkehrsbelastung

Schattenseite des Erfolgs

Fritzlar. Die Stadt Fritzlar will eine Bürgerversammlung veranstalten, die sich um den Verkehr in der Stadt drehen soll. Das ist das Ergebnis der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag.

Darin hatte die SPD ein neues Verkehrskonzept für Fritzlar gefordert (wir berichteten). Grund dafür sei, dass die Stadt sich positiv entwickele und gewachsen sei, sagte Martin annappel (SPD). Das sorge für stärkeren Verkehr und für Parkplatznot. Die Stadt habe sich hervorragend entwickelt, sagte Dr. Hans-Gerhard Heil (CDU). Doch dürfe man jetzt nicht vorschnell handeln. Schließlich sei schon jetzt klar, dass die Stadt durch den demografischen Wandel in den nächsten 15 Jahren zehn Prozent ihrer Einwohner verlieren werde. Dadurch werde sich dann auch die Verkehrssituation wieder ändern. Ein neues Konzept sei nicht zielführend und zu teuer.

Sinnvolle und punktuelle Verbesserungen seien der bessere Weg. Und dafür wolle man die Fritzlarer um Vorschläge bitten. Die Grünen deuteten die Entwicklung anders als die SPD: Den stärkeren Autoverkehr und die damit verbundenen längeren Wartezeiten an Kreuzungen wertete Peter Kuttelwascher als Chance. Dadurch könne der Rad- und Fußgängerverkehr steigen.

„Ein Kloß nach dem anderen“, sagte Holger Ritte-Mander (FDP). Es sei wichtig, etwas zu verändern und dabei die Bürger zu integrieren. Und Ingo Erd (CDU) bemerkte: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.“ Man habe bereits ein Verkehrskonzept, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU). Dieses sei zwar 40 Jahre alt, habe aber noch Gültigkeit, da das Ziel sei, den Verkehr um Fritzlar herum zu führen. Für das Konzept habe man damals Geld ausgeben, und es sei bis heute nicht beachtet worden: „Lassen sie uns kein weiteres erstellen.“

Zur angespannten Parkplatzsituation in der Stadt erklärte der Rathauschef, dass er Gespräche mit Investoren führe und es dabei auch darum gehe, Parkplätze zu schaffen und Gewerbe anzusiedeln.

Letztlich, sagte Hannapel, habe die SPD vor allem einen Denkanstoß geben wollen. Das sei nun gelungen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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