Sanierung am Metzebacher Kirchturm abgeschlossen - Turmzier mit neuem Inhalt

Schatulle für die Ewigkeit

Gefeit gegen Wind und Wetter: Pfarrer Michael Schümers (rechts) befestigt unter den Augen von Helmut Spitze (von links), Andreas Degenhardt und Matthias Köthe die Schatulle an der Kirchturmspitze. Zuvor wurde sie verschlossen und zugelötet. Fotos: Slawik

Metzebach. Eine Überraschung erlebten die Handwerker Andreas Degenhardt und Matthias Köthe beim Renovieren des Metzebacher Kirchturms: Die Schatulle der Kirchturmzierde war leer. „Wir machen das seit zehn Jahren, und das war das erste Mal, dass da nichts drin war“, wundert sich Degenhardt. Es ist allgemeiner Brauch, in diesen Schatullen Zeitzeugnisse aller Art einzulagern. Nun wurden Renovierungsarbeiten am Metzebacher Kirchturm genutzt, um an diesen Brauch anzuschließen.

„Für uns ist das eine Premiere“, freut sich Pfarrer Michael Schümers. Der neueste Gemeindebrief, eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Metzebacher Kirche, eine Ausgabe der HNA und etwas Münzgeld – alle Zeitzeugnisse liegen bereit, um in der Schatulle auf der Kirchturmspitze die Zeiten zu überdauern. „Es ist doch toll, wenn die Kugel in vielen, vielen Jahren wieder geöffnet wird, und sich die Menschen ein Bild von unserer heutigen Zeit machen können“, erklärt Schümers den Sinn und Zweck des Brauches.

In absehbarer Zeit wird das wohl nicht geschehen, denn die Kirchturmzier darf nur dann geöffnet werden, wenn wieder am Turm gearbeitet wird. Seit der Erbauung der Kirche im Jahr 1954 ist das nicht der Fall gewesen, so dass man erst jetzt entdeckte, dass die Metzebacher Kirchturmspitze keine Relikte vergangener Zeiten beherbergte. „Es wäre doch schade, wenn wir die Gelegenheit jetzt nicht nutzen würden, um das nachzuholen“, sagt Schümers. Grund für die Arbeiten am Kirchturm waren korrodierte Nägel, die die Schieferplatten nicht mehr tragen konnten.

Ein grünes Sicherheitsnetz diente als Übergangslösung und sollte vor herabfallenden Platten schützen. Dabei sorgte das grüne Netz um den Kirchturm für viel Verwirrung: „Leute von außerhalb haben gedacht, unser Kirchturm wäre verkupfert gewesen“, berichtet Britta Hilgers-Kupfer, Mitglied des Kirchenvorstandes, und lacht.

Schiefer statt Kupfer

Nicht Kupferblech, sondern grauer Schiefer verkleidet den Metzebacher Kirchturm. „Der wird 100 Jahre halten“, behauptet Helmut Spitze. Der freie Architekt leitet die Arbeiten am Kirchturm.

Neben der Schieferdeckung, neuen Dachrinnen und Schall-Luken hat der Turm eine weitere Besonderheit erhalten: ein Anflugbrett für Turmfalken.

Quelle: HNA

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