Matthias Hucke und seine Tochter Pauline sind als Geocacher unterwegs

Geocaching: Schatzsuche per Satellit

Homberg. Schnitzeljagd war gestern. Heute heißt das Geocaching und man nutzt dabei Satelliten-Technik. Immer mehr Hobby-Schatzsucher machen mit.

Zu ihnen gehören auch Matthias Hucke und seine sechsjährige Tochter Pauline aus Homberg. Gemeinsam begeben sie sich immer wieder an Orte, an denen sie noch nie gewesen sind und die befinden sich manchmal ganz in ihrer Nähe.

„Allein in einem Umkreis von 20 Kilometern rund um Homberg gibt es 222 Caches“, sagt Matthias Hucke. Caches, das sind heimliche Lager, an oder in denen etwas versteckt ist (siehe Hintergrund). Auch am Montagnachmittag haben sich Vater und Tochter - gleich nachdem die Mathehausaufgaben erledigt waren - wieder auf den Weg gemacht, um einen Schatz zu bergen.

Der soll laut Auskunft aus dem Internet gleich in der Nähe des Pförtchen hinter der Stadtmauer in Homberg versteckt sein. Warm eingepackt haben sich Matthias Hucke und Pauline auf den Weg gemacht. Schnell noch das GPS-Gerät geladen, einen Kugelschreiber eingesteckt und Pauline steckt sich noch einen kleinen Hasen aus einem Überraschungsei in die Jackentasche. Draußen sind es gerade einmal knapp zwei Grad über Null. „Es ist kalt und wie lange die Suche dauert, das weiß man ja nie.“

Mittlerweile haben sie die Stadtmauer erreicht. Noch 200 Meter zeigt das Gerät in Paulines Händen an und zeigt mit einem Pfeil die Richtung an, die sie einschlagen müssen, um der kleinen Schatzkiste näher zu kommen. Auf dem Bildschirm des Gerätes ist auch eine kleine goldene Schatztruhe zu erkennen. Meter für Meter nähern sie sich ihrem Ziel. Mit jedem Meter weniger wird Pauline schneller. Sie will unbedingt als erste den Schatz finden. Ihr Vater lächelt und lässt sie vorlaufen.

Er kennt sich aus in der Region. Matthias Hucke ist Hauptwanderwart des Knüllgebirgsvereins und viel in der Natur unterwegs. Jetzt noch mehr: „Man kann sich aussuchen, ob ein Versteck einfach oder schwer zu finden sein soll. Ob man zuvor noch ein Rätsel löst, ob man bei Tag oder Nacht fündig werden will.“ Hucke freut sich, dass die Schatzsuche via Satelitten-Technik es schafft, immer mehr Jugendliche und ganze Familien in die Natur zu locken. „Das Internet sorgt dafür, dass sie wieder mehr draußen sind. Es muss nicht immer alles vor dem Rechner stattfinden.“

Plötzlich bleibt Pauline stehen. Auf dem nassen Wiesenboden hat sie etwas entdeckt. „Schaut mal, ein riesiger Regenwurm“, sagt sie und beobachtet das Tier einige Zeit. Weiter gehts.

ann piepst das Gerät in Paulines Hand. Jetzt muss der Schatz schon ganz in der Nähe sein. Bis auf drei Meter genau führt der kleiner GPS-Empfänger das Duo an den Zielort. Doch wer glaubt, damit sei schon alles erledigt, der irrt.

Das Mädchen sucht die Oberfläche am Wegesrand ab, dann hockt sie sich hin, um unter dem Efeu zu suchen. Sie entdeckt ein paar unter dem Efeu versteckte, aufgestapelte Steine. Jetzt packt ihr Vater mit an. Er hebt die Steine zur Seite und Pauline quietscht vergnügt: „Ich habe ihn“.

Raus aus dem Versteck

Die kleine Kiste, die sie aus dem Versteck holt, ist zwar nicht aus Plastik und in ihr ist auch kein Gold und auch sonst keiner wertvollen Gegenstände. Ein Zettel liegt darin. Darauf stehen lauter Namen und Daten. Und dann ist da noch Krimskrams drin. Eine kleine versilberte Münze mit russischen Schriftzeichen drauf. Die schnappt sich Pauline. „Das ist mein Schatz“, sagt sie und steckt sie ein.

Matthias Hucke liest, wer schon alles vor ihnen den Schatz gefunden hat. Pauline legt den Hasen aus dem Überraschungsei jetzt in die Kiste. „Das ist die Regel: Man nimmt etwas heraus und legt wieder etwas hinein und man notiert seinen Namen und das Datum. Dann legt man alles wieder an seinen Ort“, sagt ihr Vater. Pauline kennt die Regeln. „Das macht Spaß“, sagt sie.

Eine Regel haben sie und ihr Vater noch hinzu gefügt: Pauline bekommt noch einen zweiten Schatz. Der steckt in Pappas Jackentasche, ist aus Schokolade und den gibt es, wenn sie nach einer Schatzsuche ans Ziel gelangt ist.

Für Pauline und ihren Vater ist nach dem ersten Fund an diesem Nachmittag noch längst nicht Schluss. Sie haben noch eine Rechnung offen: „Am Dörnbergtempel da haben wir schon einmal nach einem Schatz gesucht und ihn nicht gefunden. Den suchen wir jetzt nochmal, ist ja nicht weit weg von hier“, sagt Matthias Hucke, während Pauline schon wieder ein paar Meter vor ihm herläuft - den GPS-Empfänger hält sie fest in der Hand.

Quelle: HNA

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