Theater aus Süddeutschland arbeitete mit Sechstklässlern zum Thema Mobbing

Schauspiel an der Grenze

Der Klassenraum als Bühne: von links Katrin, Tobias Gerstner, Niklas, Phillipp und Paul beim Spielen einer Mobbing-Szene in einem der Klassenräume der Gesamtschule Guxhagen. Foto: Grugel

Guxhagen. Mensch: Theater! So heißt ein freies Projekttheater mit Sitz in Baden-Württemberg. Einige seiner Ensemblemitglieder studierten mit allen Sechstklässlern der Gesamtschule Guxhagen Szenen zum Thema Mobbing ein und besprachen sie.

Kunstlehrerin Heike Reuter hatte die Schauspieler nach Guxhagen geholt. Der Kontakt war über ihre Tochter und Schauspielerin Katrin Reuter zustande gekommen.

Das Ensemble ist bundesweit unterwegs und hat je nach Zielgruppe verschiedene Angebote im Gepäck. In Guxhagen packten die Schauspieler das Thema Mobbing an. Mit etwa 130 Schülern probten sie Rollenspiele und Szenen rund um eine vorgegebene Geschichte ein. In der geht es um ein neues Kind im Klassenverband, das gemobbt wird.

Grenzsituationen

Die Theaterpädagogen traten nicht als Moralapostel auf. Vielmehr erarbeiteten sie in Kleingruppen Konfliktsituationen, unterbrachen oftmals die einstudierten Rollenspiele und Szenen und diskutierten mit den Schülern das Geschehen. Da kamen auch Grenzsituationen zur Sprache, die nicht einfach zu lösen sind und die Kinder auch zu Fragen führten wie: „Was hat das Opfer für Möglichkeiten, sich zu helfen?“, sagt Theaterpädagoge Tobias Gerstner.

Die Schule war froh über den Besuch des Theaterensembles. Die Arbeit mit den Schauspielern ordnet sich sinnvoll ins Fach Erwachsen werden ein. Dabei werden die Sechstklässler ihre Theaterszenen demnächst noch einmal Mitschülern vorspielen, erklärte Schulleiter Thomas Wiegand. Und Lehrerin Heike Reuter warb bei ihren Kollegen für das Fehlen der Sechstklässler in anderen Fächern mit den Worten: „Theaterpädagogik wirkt persönlichkeitsfördernd und selbsterziehend, schult die Selbst- und Fremdwahrnehmung.“ (lgr)

Kontakt: Tel. 0 72 23 / 91 59 735, www.mensch-theater.de

Quelle: HNA

Kommentare