Einpersonenstück „Montedidio"

Merxhausen: Auftritt des Schauspielers Günter Treptow überzeugte

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Günther Treptow stand in Merxhausen auf der Bühne: Eindrucksvoll präsentierte er dem Publikum das Stück „Montedidio“ von Erri De Luca.

Merxhausen. Es war keine leichte Kost, die Günther Treptow seinem Publikum am Mittwochabend in Merxhausen präsentierte. Der Wiener Schauspieler und Regisseur stand mit dem Einpersonenstück „Montedidio" von Erri De Luca auf der Bühne.

Montedidio - ins Deutsche übersetzt der „Berg Gottes“ - ist ein Stadtviertel von Neapel. Dort lebt der junge Erri, ein Schreinergehilfe, mit seiner Familie. Als seine Mutter schwer erkrankt und sich der Vater nur noch um seine strebende Frau kümmert, fühlt sich Erri von den Eltern allein gelassen.

Mehr denn je klammert er sich an seinen Bumerang, ein Geschenk, dass ihm sein Vater einst machte, und der der größte Schatz des jungen Mannes ist. Diesen trägt er immer bei sich und zeigt ihn nur den Menschen, die ihm wirklich nahe stehen, durch die er Liebe empfängt und denen er bereit ist Liebe zu geben. Einzig der richtige Wurf, ist ihm noch nicht gelungen. Der Bumerang, der zum einen als Waffe, zum anderen als im Wiederkehren als Werkzeug der Geschicklichkeit eingesetzt werden kann, gibt ihm Halt.

Meisterliche Schauspielkunst

Als Ich-Erzähler verkörperte Treptow nicht nur den Erri und erzählte dem Publikum aus dessen Leben. Obwohl ein Einpersonenstück, galt es für den Akteur noch weitere Figuren darzustellen, darunter das Mädchen Maria, den Vater von Erri oder Don Rafaniello, ein Schuster, der zum Vertrauten von Erri wird. Ausdrucksstark, mit verschiedenen Stimmen und Gesten belegt, führte Günther Treptow in seinem über einstündigen Monolog Gespräche zwischen den einzelnen Rollen. Der Autor De Luca erzählt durch seine Figur des Erri Geschichten über die Liebe, die Familie und tiefe Verbundenheit, denen durch die Darstellung Treptows Leben eingehaucht wurde.

Mit meisterlicher Schauspielkunst konstruierte er Situationen und Handlungen, ließ er das Publikum teilhaben an seiner Liebesbeziehung und richtungsweisenden Gesprächen. Aufmerksam, gebannt und beinahe lautlos verfolgten die Zuschauer das Geschehen auf der Bühne und spendeten anschließend langen Applaus für den Darsteller und dessen eindrucksvolle Inszenierung des Dramas im Vitos-Festsaal.

Quelle: HNA

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