Zwei Familien erlebten Holocaust in Breuna

Breuna. In Breuna gab es nur zwei jüdische Familien. Darunter die Hambergs. Sie hatten eine Landwirtschaft und ein kleines Geschäft. Das Verhältnis zu ihren Mitbürgern war gut - bis Hitler kam.

In dieser Zeit war die kleine Irma Hamberg das einzige jüdische Kind in der Schule und wurde von ihren Mitschülern beschimpft und angespuckt. Auch sonst gab es erhebliche Repressalien gegen die Juden. Sie durften nur zweimal die Woche vor acht Uhr einkaufen, um nicht mit Ariern in Kontakt zu kommen.

Irma Hamberg berichtet, wie am Morgen des 9. November die beiden jüdischen Familienväter Hamberg und Braunsberg von der Polizei abgeholt wurden. Die Frauen und Kinder verbarrikadierten sich voller Angst im Haus. Sie erzählt, wie sich vor dem Haus eine Menschenmenge versammelte und hörte Fensterscheiben klirren. „Mit einem furchtbaren Krach kam eine Nazihorde durch die Tür mit Beilen, Latten und Stöcken bewaffnet.

Sie zerschlugen alles.“ Die Familien wurden auf einen Lastwagen geladen und mussten mitansehen, wie ihre Häuser zerstört wurden. „Zur selben Zeit sahen wir unsere Synagoge in Flammen aufgehen. Diesen Anblick werde ich nie vergessen.“ Irma Hamberg überlebte als einziges Mitglied ihrer großen Familie. (ewa)

Quelle: HNA

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