Scherm-Logistik: Lagerhaltung jetzt auch für Hengstenberg-Produkte aus Fritzlar

Neue Halle (links) vor alter Kulisse des früheren Kraftwerks: Die Waren, die der Logistiker Scherm einlagert, kommen nicht nur per Laster, sondern auch auf der Schiene nach Borken. Marketingleiter Maximilian Roos (links) aus Ingolstadt und Geschäftsführer Swen Oesterheld aus Hesserode auf dem riesigen Scherm-Gelände. Fotos: Brandau

Borken. Mit einer neuen Technik spart die Logistik-Firma Scherm in Borken viel Lagerkapazität und Zeit. Vor allem die Produkte von Hengstenberg aus Fritzlar, Sauerkraut und saure Gurken, werden dort eingelagert.

Swen Oesterheld hat keine Angst vor Kälte. Falls der Geschäftsführer von Scherm-Logstik in Borken frieren sollte, könnte er sich problemlos an der Ware wärmen, die sich zurzeit auf Paletten türmt. Das Sauerkraut, das in Millionen Beuteln in der Halle gelagert wird, ist so frisch, dass es noch heiß ist - es kommt auf dem direkten Weg von Hengstenberg aus Fritzlar.

Das Unternehmen aus der Domstadt ist der erste Kunde, den die Scherm-Gruppe außerhalb der Automobilindustrie gewonnen hat. Der Logistiker in Borken bringt die Produkte aus Fritzlar erst ins Lager, dann auf den Laster und sorgt so dafür, dass die Hengstenberg-Produkte beim Verbraucher ankommen - so schnell es geht, so frisch es geht.

Damit das funktioniert, hat Scherm in Borken eine siebenstellige Summe in ein Kanallager investiert. Und zwar in das drittgrößte in ganz Europa.

Das neue Regalsystem spart Platz und verhindert, dass die Ware einfach nur aufgestapelt wird: Die Paletten werden zu Dutzenden auf der einen Seite ins Regal eingeschoben - und auf der gegenüberliegenden wieder entnommen. Klingt simpel, ist es aber nicht. Es ist eine ausgebuffte Technik, die da zum Einsatz kommt. Die spart 30 Prozent Platz, indem sie für eine extrem hohe Lagerdichte sorgt. Die Fahrer der Gabelstapler sausen nicht kreuz und quer, sondern immer nur ans jeweilige Ende des Kanals - die Technik verschiebt die Paletten in den Röhren immer weiter nach vorne. „Mehr Optimierung geht gar nicht“, sind sich Geschäftsführer Osterheld und Marketingleiter Maximilian Roos einig.

Für Scherm ist das in der 44-jährigen Firmengeschichte ein neues Betätigungsfeld. Denn der Logistiker hat sich auf die zeitgenaue Lieferung von Ersatzteilen für die Automobilindustrie spezialisiert - auch wenn der erste Lastwagen des Unternehmens 1972 in einer Halle mit gelagerten Kartoffeln startete. „Wir kommen also aus der Lebensmittelbranche“, sagt Roos. Scherm hat mit dem neuen Kunden aus Fritzlar ein neues Standbein gewonnen. Und Borken hat damit eine ganz besondere Bedeutung: Borken war 1992 der erste externe Standort der Scherm-Gruppe, und jetzt ist es auch der erste Lebensmittelstandort.

Die riesige Halle nahe des Kraftwerks wird in diesen Wochen von vielen Lastwagen angefahren: „Es ist jetzt endlich Saure-Gurken-Zeit“, sagt Oesterheld. Die aber haben einen Nachteil: Sie wärmen die Halle nicht so gut wie die Beutel voller Sauerkraut.

Quelle: HNA

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