Kino-Dokumentarfilm in der Gedenkstätte

Vom Schicksal zweier Familien

Sie wirken im Film mit: (von links) Gabriela Matniszewska, Ilse Kaper, Edwarda Zukowska, Hertha Christ und die Regisseurin Karin Kaper. Foto: privat

Trutzhain. Flucht. Vertreibung. Neubeginn – das sind die drei bestimmenden Themen des Kinodokumentarfilms „Aber das Leben geht weiter“ von Karin Kaper. Ihren bewegenden, warmherzigen Film über den Verlust der Heimat aus dem Blickwinkel persönlich betroffener Frauen stellt die Regisseurin bei einer einmaligen Sonderveranstaltung in der Gedenkstätte Trutzhain persönlich vor. Die Veranstaltung am Mittwoch, 30. April, beginnt um 19 Uhr.

In dem Dokumentarfilm geht es um drei polnische und drei deutsche Frauen aus mehreren Generationen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte.

Der Film über Heimat, Krieg, über das Überleben in der Fremde berücksichtigt nicht nur die erschütternden Vorkommnisse in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung der eigenen Familie der Regisseurin aus ihrem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946. Er wirft auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit sowie spätere Jahrzehnte bis heute.

Dem Schicksal der Deutschen, die später in Bremen und Umgebung eine zweite Heimat fanden, wird das der polnischen Familie gegenübergestellt, die ihrerseits 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostgebieten Polens nach Sibirien verschleppt wurde.

Nach einer unglaublichen sogar bis Kirgistan führenden Odyssee bekam sie schließlich im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugesprochen. Das ehemalige Niederlinde heißt heute Platerówka und liegt 25 Kilometer von Görlitz entfernt. (jkö)

Quelle: HNA

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