Wer schief beißt, steht auch schief

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Anpassung einer Schiene: Ein ungerader Biss führt zu einer schiefen Körperhaltung und den damit verbundenen Beschwerden.

Beißt man schief, so steht man auch schief – steht man schief, so beißt man schief.“ Dr. Andreas Mattmüller, Zahnarzt aus Gieselwerder, beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) und ihren Folgen.

Eine häufige Folgeerscheinung der CMD sind zum Beispiel ein Tinitus, atypische Kopfschmerzen oder Migräne, beziehungsweise Spannungskopfschmerzen, die auf starkes nächtliches Zubeißen und/oder Knirschen mit den Zähnen zurückzuführen sind. Um herauszufinden, ob die Beschwerden tatsächlich auf einer Dysfunktion des Zusammenspiels von Schädel (lat. Cranium) und Unterkiefer (lat. Mandibula) basieren, ist eine gründliche Untersuchung notwendig, die leider nicht von den Krankenkassen übernommen wird, wie Dr. Mattmüller erläutert.

Dachte man früher, dass Kiefergelenktherapeuten die Fehlstellung mittels einer Schiene beheben könnten, so hat man in der Zwischenzeit erkannt, dass mit dieser Behandlung zwar eine Verbesserung, aber keine dauerhafte Heilung möglich ist.

Die weiterentwickelte Forschung hat erfasst, dass ein multifaktorielles Geschehen für das Krankheitsbild verantwortlich ist und behandelt daher nicht nur die Gesamtkörperstatik, sondern auch die Psyche.

Wenn das eine Bein kürzer als das andere wirkt, ist häufig das Illiosakralgelenk verschoben. Diese Körperfehlhaltung kann in dem falschen Biss ihre Ursachen haben und nicht nur zu Kopf- und Schulterschmerzen, sondern auch zu Beschwerden mit den Knien und der Bandscheibe führen. Um die Diagnose zu bestätigen und die Behandlung durchzuführen, arbeitet Dr. Andreas Mattmüller mit Therapeuten aus anderen Fachrichtungen zusammen: Neurologen, Osteopathen, Logopäden, Psychotherapeuten sowie Krankengymnasten mit einer Zusatzausbildung behandeln in Absprache untereinander den Patienten. So wendet ein Neurologe beispielsweise eine sogenannte 4-D-Diagnostik an, mit deren Hilfe er die Veränderung der Wirbelsäule anzeigen kann, während der Patient zubeißt.

Nachdem der Osteopath den Körper des Patienten ausgerichtet hat, erstellt Dr. Mattmüller eine Schiene, um den Biss zu korrigieren. Nach einer Weile wird erneut der Osteopath aufgesucht, der wiederum den Körper ausrichtet, bis Körperstellung und Biss sich irgendwann wieder im Gleichgewicht befinden. Diese Behandlung kann über einen Zeitraum von einigen Jahren andauern, denn „was über Jahrzehnte kaputt gegangen ist, kann man nicht mit einem Fingerschnippen heilen.“

„Dieses Gleichgewicht kann sich jedoch auch wieder verschieben“, erklärt Dr. Mattmüller weiter, „zum Beispiel durch einen Unfall. Dann ist eine erneute Therapie nötig.“ (gi)

Öffnungszeiten:

Montag, Dienstag und Donnerstag: von 9 bis 19 Uhr

Mittwoch: von 8 bis 13 Uhr

Freitag: von 8 bis 14 Uhr

Weitere Informationen: www.dr-mattmueller.de 

PDF der Sonderseite Ob jung oder alt

Quelle: HNA

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